Bayern 2011
Wanderurlaub in den Alpen
Auf einem Bauernhof in Reit im Winkl / Chiemgau
10.Juli - 23.Juli 2011
Autor: Stefan Friedrich

Gefahrene Kilometer: 
3000

Reisekosten:
Komplett rund 2100 Euro


Unterkunft / Ferienwohnung mit Frühstück:
Rund 1200 Euro

Eintrittspreise

(z.B. Kletterwald, Naturkundemuseum, Maut, Sesselbahn, Bibervortrag, Fledermaustour, Falknerei ) 
ca. 180 Euro

Verpflegung und Schnickschnack:
Ca. 450 Euro

Benzinkosten:
Ca. 280 Euro


Einleitung:
Tja.... diesmal soll es nicht in den hohen Norden gehen und das Zelt bleibt auch zu Hause. Warum dieser Wandel? Werden wir alt und faul? Nun ja... älter sind wir geworden, aber bestimmt nicht faul. Quasi das Gegenteil ist der Fall. Meike und ich sehnten uns nach "echten" Bergen und die Kinder haben sie ja noch gar nicht erlebt. Und bis wir in Skandinavien "Alpenpanorama" haben, müssen wir doch sehr weit fahren. Außerdem muss es nicht immer das Ausland sein.  Also haben wir uns für Bayern entschieden. Bayern ist groß.... Aus meiner aktiven Motorradzeit hatte ich noch tolle Erinnerungen an die Region rund um den Tegernsee... Es darf aber auch gern was neues sein. Hauptsache direkt in/an den Alpen. Da es ein Aktivurlaub werden sollte, in dem Wandern an 1.Stelle steht und wir nicht viel reisen, sondern von einem festen Platz losziehen wollten, haben wir uns überlegt, ein festes Dach über den Kopf zu buchen. Es ist schon etwas entspannter und so ein fertiges Frühstück vor dem Wandern kann auch nicht schaden. Schnell hatten wir die Idee, uns einen Bauernhof zu suchen. Er sollte nach Möglichkeit biologisch betrieben werden und die Mitarbeit gerade für die Kinder sollte auch kein Problem darstellen. Also so ein typischer Familienbauernhof auf dem alle viel Spaß haben und eine Menge lernen. Im Netz gab es natürlich viele solcher Höfe. Auch als wir die "Nobelhöfe" und die "All-Inkl. Schuppen mit Kinderanimation" ausgestochen hatten, blieben noch viel zu viele über. Dann fanden wir das "Stalldiplom". Eine Möglichkeit für Kinder, nicht nur viel zu sehen, sondern auch zu machen und zu lernen. Die Kiddies müssen selbst Hand anlegen. Kühe melken, ausmisten u.s.w. Am Ende werden sie geprüft und wenn sie gut gelernt haben, bekommen sie das "Stalldiplom". Perfekt! Und schon wieder waren es einige Höfe weniger auf der Auswahlliste. Dann die Region und die Lage. Direkt an/in den Alpen. Naturnah, nicht zu viele Ferienwohnungen, kein Massentourismus, direkt an einem großen Netz an Wanderwegen. Möglichst nah an einem Naturschutzgebiet. Da wurde der Haufen schon übersichtlicher. Nach dem Verfügbarkeitscheck haben wir uns dann von den Websiten berieseln lassen. Und da blieb ein Hof über, der uns besonders kinderfreundlich erschien und auf dem auch Kinder im ungefährem Alter wie Nico und Felix wohnen. Der http://www.masererhof.de/  bei Reit im Winkel im Chiemgau. Rund 908 KM von unserer Haustür entfernt. Also schnell gebucht und drauf gefreut....

Aus dem Prospekt:
Ein 20 ha großer Milchviehbetrieb mit 12 Kühen in 800 m über Meereshöhe. Hier hat noch jede Kuh ihren Namen...



Tagebuch

Tag 1    10.Juli
Gegen 3:30 Uhr geht es los. Rund 12 Stunden haben wir für die ca. 900 KM geplant. Wir wollen gemütlich fahren und viele Pausen machen. Wir kommen sehr gut voran. Es ist nichts los auf den Straßen. Klar... um diese Uhrzeit. Das Wetter ist super! Wir bauen 2 Geocaches ein (www.geocaching.com), um die Langeweile zu vertreiben. So kommen wir gleich am ersten Tag zu unserem ersten Hessen- und unserem ersten Bayerncaches.



So ein Hörspiel lenkt von der Autobahn ab...


Kaum sind wir in Bayern, geht es mit dem Verkehr auch so richtig los. Und rund um München kommen die ersten Stau´s. Aber dann sehen wir sie endlich: Die Alpen.

Gegen 15:45 Uhr kommen wir am Bauernhof an. Zuerst bin ich etwas enttäuscht. Das soll ein Bauernhof sein? 2 Gebäude, ein paar Katzen und fertig? Schnell wird mir klar, dass ich falsche Vorstellungen von einem Bauernhof habe. Die "Fabriken", die ich aus Norddeutschland kenne, bestehen aus relativ neuen Gebäuden, die wegoptimiert erstellt wurden und auf Produktivität getrimmt sind. "Unser" Bauernhof ist genau das Gegenteil, wie es aus auf der Website steht. Aus diesem Grund haben wir ihn ja auch ausgewählt. Weit verstreut liegen die einzelnen Gebäude. Umgeben von wunderschönen Bergen. Es ist ein sehr kleiner Hof. Ca. 10 Kühe in einem sehr alten rustikalen Stall. 2 Kälber sind auch dabei. Wir fühlen uns in eine andere Zeit versetzt. Alle Gebäude und Geräte scheinen min. 200 Jahre alt zu sein. Zum Glück sehe ich dann aber doch eine kleine Melkmaschine, die mich auf den Boden zurück holt. Wir merken schnell, dass es hier nicht nur ein Bauernhof ist, der auch ein paar Touristen duldet. Freundlich familiär werden wir empfangen und rumgeführt Der Kuhstall ist etwa 200 Meter entfernt und Ponys gibt es hier auch. Die Kinder dürfen überall rein, alles anfassen und bekommen ohne Nachfrage alles erklärt. Wir probieren zusammen mit den Kälbern die frische Milch aus dem Euter. Lecker! Warm und irgendwie süß. Die Leuten macht es Spaß, das merkt man. Auch von der Natur werden wir begrüßt. Ein Bussard und viele Rotschwänze entdecken wir direkt am/über dem Hof. Ob es Garten- oder Hausrotschwänze sind, müssen wir in den nächsten Tagen noch erkunden. Nico und Felix sind schnell verschwunden. Eigentlich wollen sie nur kurz auf das Riesentrampolin, aber dann holen sie ihre Rucksäcke, Kescher, Lupengläser und Funkgeräte und laufen über die hohen Wiesen und durch den Wald. So soll es sein!








Da stört es auch nicht, dass das beworbene WLan aus einer speziellen Version besteht... ein Netzwerkkabel im Frühstücksraum. :-) Ich werde dieses Tagebuch also immer Abends schreiben, jedoch erst am nächsten Tag beim Frühstück hochladen.

Die Ferienwohnung ist schick und einfach. Wie wir es uns vorgestellt haben. Wir haben die Fewo "Enzian" mit einem riesigen Balkon und toller Aussicht. Die können wir besonders genießen, als ein Gewitter aufzog. Es war jedoch schnell wieder vorbei. Egal, so ein Gewitter in den Bergen hat schon was. Die Kinder möchte gar nicht nicht reinkommen und spielen im warmen Regen. Als sie im Bett liegen, kommt das Gewitter zurück und hat Verstärkung mitgebracht. Wow... kein Vergleich zum Gewitter im Norden. Hier ging fast die Welt unter. Tolle Naturgewalten.

Bis jetzt also ein perfekter Urlaub und ich denke, er wird perfekt bleiben. Wir haben schon Karten, Aktivitäten und die Umgebung studiert. Toll, was Reit im Winkl für Naturfans anbietet. Von einer Fledermauswanderung, einen Spaziergang mit dem Jäger, einer Tour auf Spuren der Biber, Wald- und Wiesen Entdeckungstour bis hin zum Kletterpark direkt neben dem Bauernhof, gibt es für Outdoorfreaks nichts, was es hier nicht gibt. Wir werden hier sehr viel lernen. Aber als ersten müssen wir einen Plan machen, damit wir auch nichts verpassen.








Tag 2    11.Juli
Nach einer kalten Dusche (Das Unwetter in der Nacht hat die Gasflamme ausgeblasen) und einem anständigen Frühstück mit selbst gemachtem Kuchen, Marmelade und Quark UND natürlich "frischer" Milch geht es erst mal nach Reit im Winkl, wo uns am Parkplatz gleich ein Stieglitz begrüsst. In der Touriinfo lassen wir uns über Wandermöglichkeiten beraten und melden uns für eine Fackelwanderung an. Dann probieren wir den Arzt des Ortes aus. Felix hat eine eitrige Stelle am Fuß und wir wollen sicher gehen, dass sich kein Fremdkörper mehr in der Wunde befindet. Alles in Ordnung. Dann noch kurz zu "Penny" und wieder zurück zum Bauernhof, um uns für die erste Wanderung umzuziehen. Es soll eine kleine "Einführungswanderung" werden. Am Ende waren wir rund 5 Stunden unterwegs und haben knapp 8 KM geschafft. Große Höhenunterschiede machten diese "kleine" Wanderung doch recht anspruchsvoll.  Mit einer größeren Cachepause und einer ausgiebigen Brotzeit. Die Kinder liefen und liefen. Ohne Jammern, ohne Murren. Es gab aber auch immer viel zu entdecken. Bei jedem Schmetterling, bei jeder Eidechse, bei jedem Käfer und auch fast bei jeder Frucht wurde angehalten und untersucht. Ein toller Einstieg! Abends sind die Kinder dann wieder lange verschwunden. Das Eis zu den anderen Kindern auf dem Bauernhof ist gebrochen. Gemeinsam erkunden sie das Gelände und Nico will nichts mehr ohne "seine Freundin Hannah" machen.



Bänderschnecken sind immer sehr interessant, weil sehr unterschiedlich von der Färbung her. Meistens ist das Gehäuse im Uhrzeigersinn gedreht. Von innen nach aussen. Es soll aber auch anders herum geben. Sie sind aber so selten, dass man davon dann ein Foto an den NABU schicken kann, um einen Preis zu bekommen. Grund genug, jede Bänderschnecke genauer anzuschauen.





Die Schmetterlinge auf dieser Tour sind schwer zu identifizieren. Der helle Falter scheint ein "Vogeldreck" zu sein und die dunkeln sind "Augenfalter"




Gallen der Buchengallmücke, die ihre Eier ins Blattgewege legt. Und eine Zauneidechse.




Tag 3    12.Juli
Zuerst geht es nach Reit im Winkl, um eine anständige Wanderkarte zu besorgen. Die von der Tourizentrale hat nichts getaugt. Also nun in die Buchhandlung und beraten lassen. Danach fahren wir nach Österreich, nach Kössen (Ca. 10 KM entfernt). Dort ist Meike schon mal Wildwasser mit dem Kajak gefahren. Auf der "Kössener Ache". Ein saukalter Fluss mit netter Strömung.



Als wir uns dann Kössen näher ansehen, sind wir positiv überrascht. Es ist nicht so von Touristen überlaufen, wir Reit im Winkl. Nach einem Cache, einem Besuch der kleinen Dorfkirche und einem leckeren Eisbecher fahren wir wieder zurück.



Tanken in Österreich lohnt sich! 1,38 Euro für den Liter SUPER, in Deutschland 1,56 Euro.

Auf dem Weg zur Grenze nehmen wir noch einen Cash mit. Er liegt an einem unscheinbaren kleinen Wasserfall. Eine tolle einsame und vor allem spannende Badestelle. Wir kommen wieder, dann aber mit mehr Zeit. Wo kann man schon unter einem natürlichen Wasserfall baden? Dort ist es so aufregend, dass Nico gleich einen Schuh verliert. Zum Glück sind gerade zwei junge Österreicher dabei, eine Slackline über den Fluß zu spannen. Sie retten den Schuh!




Wir fahren wieder zum Hof und ruhen uns etwas aus. Das muss sein, denn danach geht es zum Kletterwald gleich nebenan. Dort ist Familiennachmittag angesagt. 3 Stunden klettern in ca. 20 Meter Höhe. Es gibt es 5 "Strecken". Wir nehmen 1 bis 3 und sind danach ordentlich fertig. Das ist schon richtig anstrengend, bringt aber auch mächtig Spaß. Vielleicht machen wir es nächste Woche noch einmal. Mir zittern auf jeden Fall hinterher die Hände vor Anstrengung. Ok, ich wieg ja auch "etwas" mehr... und alle hatten ihren Spaß, als Papa "ungelenk" mitten im Parcour nicht mehr vor und zurück kam und von einem Guide gerettet werden musste. Zum Glück hatte ICH den Fotoapparat, so gibt es von dieser Situation kein Foto.













Abends genießen wir auf dem Hof den Sommerabend, die Kinder spielen im Bach und später gehen wir auf Fledermaustour mit dem Bat-Detektor.



Ein Tagfalter/Augenfalter

Tag 4    13.Juli
Wir starten zu einer kleinen Wanderung. Etwa 4 Stunden und nettem Höhenunterschied. Das Beste an der Tour ist jedoch der Cash, der sich dort befindet. Abendteuer pur! Einfach nur genial! Wir müssen steil 60 Meter hoch klettern. Zum Glück habe ich Kletterseile eingepackt. In 2er Gruppen klettern wir von Baum zu Baum und als wir oben sind, finden wir eine Höhle. Hier kommen sehr selten Menschen hin. Eigentlich nur Geocacher. Wir müssen tief rein in diese einsame Höhle. Am Ende geht es für rund 10 Meter noch noch im kriechen weiter. Wenn uns dort was passiert..... da hört uns kein Schwein. Nun ja.... wir sind gut ausgestattet, also keine Angst. Als wir dann weit drinnen im Dunkeln den Schatz gefunden haben, haben wir doch Muffensausen. Was ist, wenn sich ein Fels löst? Wenn wir eingeschlossen werden? Die mutigen Jungs bekommen plötzlich auch Angst und wollen lieber schnell wieder raus. Dann kommt noch der steile Abstieg. Als wir wieder unten sind, sind wir uns einig. DAS WAR DER BESTE CACHE, DEN WIR BISHER GEMACHT HABEN. Es war zwar etwas gefährlich, aber das hat die Sache spannend gemacht.

Die Wanderführer sind immer dabei...



Ein Schneckenbau








Nach der Wanderung fahren wir zur Abkühlung zu dem einsamen Wasserfall, den wir gestern gefunden haben. So einsam ist es nun hier nicht mehr. Ein paar Kinder der Umgebung baden hier. Wir staunen nicht schlecht. Sie springen von den Klippen ins kalte Eiswasser..... ganz schön mutig. Unsere Kinder spielen lieber im Kies. Ich versuche bis unter den Wasserfall zu schwimmen. Hinter jedem Wasserfall soll es ja einen Schatz geben. Leider habe ich gegen die Strömung keine Chance.





Nach einer Pause auf dem Hof, die besonders Meike nötig hat, da sie Halsschmerzen hat, brechen wir Abends auf zu einer Fackelnachtwanderung. Einige Bayern führen eine Gruppe Touris auf eine Alm. Dort wird gegrillt, Lagerfeuer gemacht und die Kinder können Bogenschießen und Ringe werfen. Wenn es dunkel ist, geht es dann mit Fackeln zurück über einen schmalen Weg durch die Klausenbergklamm. Da ein Unwetter im Anzug war, mussten wir etwas eher los. Trotzdem war es schon ordentlich dunkel und wir hatten unseren Spaß. Besonders weil die Veranstalter immer wieder "Sondereinlagen" geplant haben. Gruselige Geräusche aus dem dunklen Wald, "etwas" warf Steine in den Bach und div. Pyroeffekte machten die Wanderung besonders spannend. Und das Grillen selbst war auch sehr nett. So konnten wir noch ein paar Wandertipps aus erster Hand bekommen.









 

Tag 5    14.Juli
Nach dem langen Abend schlafen die Kinder heute länger. Meike und ich gehen erst einmal allein zum Frühstück. Das ganze Haus riecht nach gekochter Marmelade. Die Bäuerin kocht mal wieder ein und schenkt und gleich ein Glas. Meike´s Hals geht es schlechter und so fahren wir erst einmal nach Reit im Winkl, zum Arzt, den wir schon mit Felix besucht haben. Dann geht es weiter nach Siegsdorf, in das Mammut und Naturkundemuseum, welches erstaunlicher Weise sehr umfangreich, aber doch sehr günstig ist. Und wir stellen mal wieder fest, dass Nico wieder älter geworden ist. Bisher waren solche Besuche meistens schnell erledigt. Die Kinder schauten sich alles an, was hübsch bunt ist und spannend aussieht. Sie verbrachten die Zeit eher mit spielen und waren nicht auf Wissen aus. Diesmal hat sich Nico alles sehr genau durchgelesen. Er wollte auch unbedingt einen digitalen Museumsführer haben und hat sich alle 48 Stationen genau angehört. Auch die Filme hat er konzentriert geschaut. Es sah manchmal so aus, als wenn er unbedingt alles Wissen, dass ihm angeboten wird, quasi einsaugen möchte. Das war schon sehr interessant anzuschauen. Tja... Nico ist jetzt ein Schulkind :-) Das Museum ist wirklich sehr gut aufgebaut und hat auch eine tolle Außenfläche zu bieten. Dort gibt es auch ein Insektenhotel, welches von dem städtischen Bauhof und einigen Kindern erstellt wurde. Leider haben sie vieles falsch gemacht. Alle Anfängerfehler, die auch ich bei meinem ersten Insektenhotel gemacht habe. Mittlerweile habe ich viel gelesen und probiert. Aber egal, der Wille zählt bei solchen Vorhaben auf jeden Fall. Nach dem Museumsbesuch gehen wir noch auf Schatzsuche, besser gesagt "Cachetour" und dann müssen wir natürlich noch zu ALDI Süd.







Es ist etwas kühler geworden und da Meike etwas kränklich ist, möchte sie die Heizung im Wagen einschalten. Es wird aber nicht warm... Mhm... da fällt mir ein, dass ich in den letzten Tagen schon ein paar Mal bemerkt habe, dass der Kühler nachläuft, obwohl der Motor schon aus ist. Ok, an heißen Tagen kann es schon mal sein und bei den ganzen hoch und runter hier in den Bergen muss der Motor ja auch was leisten. Dachte ich... Wir halten lieber mal bei der kleinen Werkstatt im Ort. Und was stellt die Fachfrau fest: Wir fahren ohne Kühlflüssigkeit. Ok, das hätte ich prüfen müssen. Mein Fehler. Aber warum fehlt uns die Flüssigkeit? Der Wagen war im Januar zu Inspektion...? Nachfüllen kann die Werkstatt leider nicht, weil es spezielle Opelflüssigkeit sein muss, die sie nur in großen Mengen kaufen können. Also verweisen sie uns an die Opelwerkstatt im ca. 20 KM entfernten Ruhpolding. Da die Motortemperatur noch nichts besonderes angezeigt hat, können wir dort noch hinfahren. Sagt die Mechanikerin. Also los geht es. Jetzt, wo wir auf die Temperatur achten, stellen wir fest, dass der Motor an Ampel schnell wärmer wird. Nicht im roten Bereich, aber schon deutlich sichtbar. Sobald wir aber fahren, sinkt die Temperatur wieder. Dank Luftkühlung. Die freundliche Opelwerkstatt weigert sich, einfach Kühlflüssigkeit nachzufüllen. "Die muss ja irgendwo geblieben sein", sagt der Meister. Gesagt, getan! Motorhaube auf und ein Griff genügt. Ein Schlauch am Motor ist gerissen. Blöde Sache, weil zum Wechsel viel ausgebaut werden muss. Mit allem drum und dran und einem Leihwagen liegen wir bei knapp 460 Euro. Dumme Sache, aber was soll´s. Die erste "besondere" Reparatur seit fast 7 Jahren. Das darf schon sein. Mit einem fast neuem "all-inkl." Corsa geht es dann zurück zum Hof. Schon beim Umbau der Kindersitze vermisse ich unsere Schiebetüren. Einen Tag später können wir unseren Combo aber schon wieder abholen. Auf dem Hof geht es mit dem Stalldiplom los. Zuerst Ponyreiten und dann Kühe melken. Das sind die ersten Lektionen. Weitere folgen in den nächsten Tagen.  Meike und ich haben es auch probiert. Ist schon sehr "seltsam", so ein "Ding" in der Hand zu halten und daran herum zu drücken. Aber es hat funktioniert. Dann durften wir unsere eigene frische Milch auch gleich trinken. Sehr lecker, warm und etwas süßlich. Den Rest des Abends sind die Kinder verschwunden. Die erkunden mit den anderen Kindern den Hof und die Umgebung. Auch wieder ein Moment, so wir feststellen, wie groß unsere Kinder geworden sind. Wir können sie allein laufen lassen. Sie können machen was sie wollen und wir haben mal unsere Ruhe. Das ist auch neu für uns. Vor dem Schlafen ruhen sich beide noch auf einem Sessel aus, bis Nico die Fernbedienung entdeckt. Es ist nämlich so ein Omasessel, den man in alle Richtungen bewegen kann.












Tag 6    15.Juli
"Die Waldschnecken", so heißt eine Art Kinderanimation in Reit im Winkel. Als wir davon das erste Mal gehört haben, fanden wir es furchtbar. Wie in diesen Hotelanlagen. Die Kinder werden "abgegeben" und "gespaßt", damit die Eltern sich erholen können. Für uns der Horror! Wir fahren MIT den Kindern in den Urlaub, also verbringen wir auch die Zeit zusammen. Abschieben kommt für uns nicht in Frage. Als wir das Konzept hinter der Geschichte gelesen haben, fanden wir es nicht mehr so schlimm. Umweltpädagogen gehen von 9:30 - 15 Uhr mit den Kindern in den Wald. Es werden Naturexperimente am Tipi gemacht, es wird gegrillt, gebadet und dann mit der Kutsche zurück ins Dorf gefahren. Kostenlos! Eigentlich wollten wir es nicht machen, aber auf der Fackelwanderung hat Nico eine Freundin kennen gelernt, die auch dabei ist. Also will er Dienstag unbedingt mit zu den Waldschnecken und Felix natürlich auch. Also fuhren wir heute erst mal ins Dorf um die beiden dafür anzumelden. Ob Meike und ich mitgehen oder in der Zeit eine längere "schnellere" Wanderung machen, überlegen wir uns noch. Zuerst wandern wir zu einem Gletschergarten und dann zu einer Kapelle, von der man einen tollen Blick über Reit im Winkel hat. Dort gibt es auch eine Kneippanlage und einen Barfußpark. Danach gehen wir durch die Klausenbachklamm, durch die wir während der Fackeltour schon gegangen sind. Heute ist ein richtiger Cachetag. Wir können eine ganze Hand voll loggen. Weiter geht es zum Weitsee und dann endlich wieder zum Opelhändler. Unser Auto ist fertig! Mit 2 Kindern im Corsa zu fahren, ist schon ein ziemliche Anstrengung. Wir freuen uns, als wir wieder in unseren Combo steigen dürfen. Nun wissen wir auch, was genau kaputt war. Die Wasserpumpe. Noch den einen oder anderen Cache in Ruhpolding und zurück zum Bauernhof. Wir lassen den Abend mit einem netten Gesellschaftsspiel ausklingen. Wir müssen früh ins Bett, morgen geht es nach München...








Einen Tag im Spielzeugauto... wir freuen uns auf den Combo










Tag 7    16.Juli
Fledermäuse!!! Als ich gestern gegen 22 Uhr kurz auf dem Balkon ging, flogen mir einige Fledermäuse um die Ohren. Schnell holte ich den Detektor und stellte fest, dass sie ihre Signale auf 45 bis 51 MhZ senden. Wenn ich dazu noch die Größe der Tiere sehe (ca. Meisengroß), die Flughöhe, die Fluggeschwindigkeit und das Jagdrevier, tippe ich auf Zwerg- oder Wasserfledermaus. Aber ich hatte das Gefühl, dass auch langsamere größere Tiere unterwegs waren. Ich werde noch mal einen Abend auf Beobachtungstour gehen. Es gibt hier eine alte Scheune mit einem Dachboden. Sie dient aber nur noch als Abstellraum und auf den Dachboden kommt man nicht mehr rauf. Schade... dort vermute ich das Quartier. Am nächsten Tag geht es nach München in den Zoo, genauer gesagt "Tierpark Hellabrunn". Dort findet an diesem Wochenende die "Bird-Munich" statt. Quasi das bayrische Gegenstück zur Hansebird. Eigentlich nur eine große Verkaufs-/Werbeveranstaltung, aber man kann immer viel ausprobieren. In Hamburg ist der NABU Organisator, hier in Bayern ist es der LBV -Landesbund für Vogelschutz, quasi der bayrische NABU :-) Durch meine Aktivität im NABU konnte ich 2 Freikarten für den Tierpark organisieren. D.h. wir zahlen nur noch für die Kinder. Der Eintritt ist im Vergleich zu Hamburg sehr günstig. Erw. 11 Euro, Kinder 4,50 Euro. Der Tierpark selbst schein kleiner als Hagenbek, jedoch ist er weitläufiger angelegt und auch netter... irgendwie verlaufen sich die Besuchermassen. Witzig ist es bei den Meerschweinchen, als Felix sagte: "He, da ist ja Lena". Unsere Nachbarin Rebecca passt wohl schlecht auf unsere Meeris auf, wenn Lena von Hamburg nach München laufen kann. :-) Nebenbei schieße ich auch noch ordentlich Fotos von der Birdmunich für den NABU Hamburg. Vielleicht können sie ja was abgucken für die Hansebird. Und wir sehen mal wieder, wie groß Nico geworden ist b.z.w. wie wissbegierig. Er will einen einenen Zooführer mit Karte haben, er liest sich jede Infotafel durch und will alles ganz genau wissen. Nach dem langen Tag kühlen wir uns in der Isar ab. Aber nur kurz, da es furchtbar voll ist.















Nein, kein Biene, sondern nur eine Schwebfliege




Tag 8    17.Juli
Zuerst geht es zu einem riesigen Flohmarkt ins ca. 20 KM entfernte Ebbs. Ok, riesig für bayrische Verhältnisse vielleicht. Wir sind etwas enttäuscht. Aber da der Flohmarkt auf dem Gelände einer Gärtnerei veranstaltet wird, kaufen wir gleich einen "Enzian" für unseren Garten zu Hause. Danach geht es auf die Winklmoosalm. Dort führt eine kleine kurvenreiche Mautstraße hoch. Die Steigung lässt unserem Combo im ersten Gang ordentlich ackern. Oben angelangt machen wir eine tolle Sesselliftfahrt. 20 Minuten steil bergauf. Das ist ein Spaß. Dann müssen wir noch ca. 45 Min. steil bergauf wandern, um endlich am Gipfelkreuz des Dürrnbachhorns zu sein. Beim Foto am Kreuz bekommen wir noch einen guten Tipp für eine Rundwanderung. Dafür schummelt sich der Tippgeber mit aufs Foto :-), dass seine Freundin fotografiert. Schnell heben wir noch einen "Cache" und gehen den empfohlenen Weg weiter. Ein Traum! Der Weg ist ein schmaler Grat. Teilweise ist der Pfad nur 1 Meter breit und rechts und links geht es steil hinab. Wir überlegen öfters, ob wir das Kletterseil verwenden und die Kinder lieber anleinen. Sicherer wäre es, aber irgendwie ist es ja "uncool" und da die Kiddies wirklich toll und sicher gehen und so ein Seil ja auch wieder eine Stolperfalle darstellt, verzichten wir darauf. Also gehen wir langsam und vorsichtig weiter. Jeder hat ein Kind immer im Auge und in Reichweite. Aber das ist ein Wanderweg, wie ich ihn mir gewünscht habe. Insgesamt wandern wir rund 5 Stunden über steile Wege auf der Bergspitze, über Waldwege, Wiesen und Felder. Witzig ist auch, dass der Weg oft im Zick-Zack auf der Grenze geht. Immer wieder sind wir also in Österreich und dann wieder in Deutschland. Und wieder einmal sorge ich für eine "Spaßeinlage". Ich rutsche aus und kullere 5 Meter einen Berg hinunter. Halb so wild. Es war ja nur eine Wiese, aber die Hose und das Lupenglas nehmen trotzdem Schaden. Zum Glück habe ich den Fotoapparat, so gibt es von dem "Marienkäfer auf dem Rücken" kein Beweisfoto. Auf halber Strecke machen wir eine Pause auf der Finsterbachalm. Zurück an der Winklmoosalm gibt es eine kleine "Broatzeit" mit frischem Käse und Buttermilch aus eigener Herstellung, bevor wir wieder zum Bauernhof fahren.

Ich glaube, wir haben den Kindern auf der Wanderung zu oft und zu deutlich gesagt, wie gefährlich es ist und sie aufpassen sollen. Felix ist Abends aufgewacht, weil er einen schlechten Traum hatte. Er hat geträumt, dass er an einer bestimmten Stelle, die besonders gefährlich war, gestolpert und in die Schlucht gefallen ist. Mein Fallen haben wir ihn dann noch gefragt, wie alt er ist. Dann haben wir oben ein Kreuz aufgestellt: Felix, 5 Jahre, leider tot...





Die Sesselbahnfahrt war ziemlich cool und dauerte 20 Minuten.





Der Kerl im Hintergrund hat sich einfach auf das Foto gemischt, als seine Freundin uns fotografiert hat. Dafür hatte er aber auch eine tolle Wanderempfehlung für uns.

Es folgt eine geniale Wanderung, oft etwas gefährlich, aber super spannend:











Da ist der Papa mal kurz ausgerutscht...







Bei dieser Tour haben wir in 5 Stunden rund 700 Höhenmeter überwunden...



Tag 9    18.Juli
Es geht heute nach Salzburg, ins "Haus der Natur". Ein riesiges Naturkundemuseum auf 4 Etagen, auf denen Kinder sehr viel selbst ausprobieren können. Das Museum ist toll, die Eintrittspreise auch ok, die Parksitutaion in Salzburg sind die Hölle und die Preispolitik der Stadt reinste Abzocke. Als wir endlich einen Platz gefunden hatten, wundere ich mich, dass er noch frei war. Wir haben weit und breit kein Schild gesehen. Für deutsche Verhältnisse wäre eindeutig Parken erlaubt gewesen. Aber ich frag lieber einen Anwohner. Der sagte mir, dass es hier sehr gefährlich ist zu parken. Die Flächen gehören zum türkischem Konsulat. Aber weit und breit kein Schild. Ein kleines Stück weiter finden wir einen Parkplatz, wieder ohne Schild. Ich frag einen Polizisten, der gerade auf Streife geht. Er erklärt mir dass der Parkautomat am Anfang der Straße steht. In der anderen Richtung... wie sollen wir das wissen? Auch erzählt er uns, dass ein Schild in der Straße genügt, um auf ein Parkverbot hinzuweisen. Abzocke! Bei der Parkuhr darf man nur 3 Std. stehen und so fahren wir zu einem kostenpflichtigen Parkplatz, der und für knapp 6 Stunden rund 10 Euro kostet. So behalten wir Salzburg als Stadt der Abzocker in Erinnerung. Aber schön ist sie trotzdem. Besonders die alten Häuser, die teilweise in den Fels gebaut wurden. Hinterher gehen wir noch zu ALDI Österreich, der hier "Hofer" heißt.
















Natürlich kein Stadtbesuch ohne Schatzsuche. Dabei sehen wir noch ein wenig was von Salzburg.


Tag 10    19.Juli

Heute bringen wir die Kinder zu den Waldschnecken. Es ist schon lustig anzuschauen, wie die Kiddies im Entenmarsch zwischen 2 Bollerwagen auf Tour gehen.

 


Die Kinder gehen mit den Waldschnecken auf Tour...

Leider können wir davon kein Foto machen, weil wir schon im Bus mit getönten Scheiben sitzen, der Meike und mich zur Hindenburghütte bringt. Von dort aus machen wir ohne die Kinder eine rund 12 KM lange Wanderung zurück nach Reit im Winkel. Pünktlich um 15 Uhr sind wir wieder am Treffpunkt der Waldschnecken, wo die Kiddies mit einer Kutsche ankommen. Sie sind ganz begeistert. Sie haben im See gebadet, ein Ästen und Zweigen ein Tippie gebaut, gegrillt und viel Naturspiele gemacht. Sie wollen unbedingt Donnerstag noch einmal hin. Wir überlegen noch. Eigentlich wollen wir die Kinder nicht abschieben, sondern gemeinsam mit ihnen wandern.

... und Mama und Papa gehen wandern.




Eine Erdkröte genießt die Sonne


Ein Buchfink und eine Distel. Genau können wir sie nicht bestimmen. Es scheint eine Art "Acker-Kratzdistel" zu sein.



"Kaisermantel"


Eine kleine Pause am Bach

Zurück auf dem Hof geht es weiter mit Nico´s Stalldiplom. Er darf Trecker fahren, muss den Kühen Wasser geben und muss die Weide für die Ponys abstecken.






Nach dem Mittagessen auf dem Balkon fahren wir nach Rimstings am Chiemsee / an der Priemmündung zur einer Bibertour. Wir verschätzen uns mit dem Weg und kommen 10 Minuten zu spät. Zum Glück hat der Führer 30 Minuten Verspätung. Als ich am Treffpunkt ankomme, denen die anderen Teilnehmer, dass ich der Biberfachmann bin, weil ich so "professionell aussehe, mit der Kleidung und der ganzen Ausrüstung" :-) So kann die Optik täuschen. Vielleicht hätte ich einfach die Teilnahmegebühr kassieren und verschwinden sollen... Es folgt ein toller Vortrag über den Biber, der hier endlich wieder heimisch geworden ist. Sehr interessant und für die Kinder viele Dinge zum anfassen. Aber das Beste kommt danach. Wir gehen eine kleine Runde und sehen die Biber in Aktion. In freier Wildbahn. Kein Zoo, keine künstliche Anlage, sondern ganz normal am Chiemsee, wo der Biber sich eine große Biberburg gebaut hat. Den Biber so in der Natur zu sehen, ist schon eine geniale Sache. Besonders als wir einen Baumstamm mitnehmen dürfen, der von Bibern bearbeitet wurde. Das dürfen wir aber nur, weil wir im NABU aktiv sind und versprechen, in Hamburg Werbung für die Biber zu machen. Abends stehe ich mit dem Kindern noch ein paar Minuten auf dem Balkon. Fledermäuse beobachten, die nicht lange auf sich warten lassen und ganz knapp über unseren Köpfen kreisen.

Nico ist sich nun sicher, dass er Biologie studieren möchte :-)
In den letzen Tagen war er mal Höhlenforscher, dann Baum-, Schmetterlings- und Allesforscher. Auch die Biber will er erforschen und da unsere "Tourguide" ein Biologe ist, weiß Nico jetzt, dass er gut in der Schule aufpassen muss, um später zu studieren. Nun ja... es muss ja nicht gleich ein Abitur und sein Studium sein. Hauptsache er hat Spaß an der Arbeit und natürlich freuen wir uns, wenn er etwas im "grünen" Bereich macht. Aber bis dahin ist ja noch etwas Zeit...





Der Biber und seine Arbeit in freier Natur


Tag 11    20.Juli
Heute haben wir einen Regentag. Die ganze Nacht durch hat es schon geregnet. Das kleine Bächlein am Hof, welches in den letzten Tagen kaum Wasser geführt hat, ist zu einem flottem Bach geworden, der das Wasser aus den Bergen ins Dorf trägt. Gleich nach dem Frühstück spielen die Kinder im Regen "Biber" und bauen Staudämme. Dann geht es ins Schwimmbad. Während Meike und die Kiddies schwimmen, gehe ich ins Schnapsmuseum und einkaufen, da ich Chlor nicht gut vertrage. Auch nutze ich die Zeit, um dieses Tagebuch zu verfeinern. Einige Bilder von Tieren und Pflanzen haben jetzt eine Unterschrift erhalten, nach dem ich die jeweilige Art im Naturführer nachgeschlagen habe.






Nach dem Schwimmen gehen wir noch etwas wandern. Im strömenden Regen suchen wir unseren ersten "Lost Place" beim Geocaching. LostPlace Schätze sind an verlassenen Orten versteckt. Z.b. alte Ruinen, Bunker o.ä. verlassene Orte, wo man eigentlich keine Menschen mehr antrifft. Diese Orte sind meistens etwas gefährlich, auf jeden Fall sehr spannend. Unser erste Lost Place" führt uns zu einer Sesselbahnstation, die 1997 quasi von einem Tag auf dem anderen geschlossen wurde. Zuerst muss ich an einem Pfeiler in die Höhe klettern, um einen Mikro zu finden. Dann geht es weiter zum Hauptgebäude. Dort finde ich den Cache nach einer kleinen Kletteraktion. Dann schauen wir uns die Station näher an und klettern durch kaputtes Fenster in das Gebäude. Etwas gruselig. 3 Stockwerke, noch eingerichtet mit allen Möbeln. Die Küche, das Restaurant, Stühle, Tische, Deko, alles noch da, als wenn gestern hier noch Betrieb war. Jedoch ist die Station schon seit über 14 Jahren geschlossen. Danach waren wohl nur noch Arbeiter dort, um die Elektrik abzubauen. Daran erinnert eine Tageszeitung aus dem Jahr 2000 und eine Kalender von 1996 und 1999. Durch den Gang durch das alte Gebäude haben wir schon ein seltsames Gefühl. Die Kinder bekommen sogar Angst und wollen lieber wieder hinaus. Nach der Wanderung fahren wir zum Hof und die Kinder bauen weiter an ihrem Staudamm.








Um 20 Uhr geht es dann los zu einer Fledermaustour am Walchsee in Österreich. Wieder einmal werde ich mit dem Tourguide verwechselt... Ok, diesmal stehe ich am Treffpunkt auch mit Fledermausbuch und Detektor in der Hand. Der "echte" Tourguide kommt aber auch bald und bestätigt erst einmal meine Vermutung. Wir werden keine Fledermäuse ausfliegen sehen. Bei 10 Grad und Regen verlässt kein Tier den Kirchturm. Schade, denn dort lebt eine Kolonie von rund 600 großen Mausohren, der größten Fledermausart in Österreich. Vielleicht kommen wir in den nächsten Tagen noch mal Abends hier her, um die "großen" zu beobachten. Auf jeden Fall erfahren wir eine Menge interessante Dinge. Auch hat der Tourguide Fledermäuse dabei. Zwerg- b.z.w. Alpenfledermäuse, die man nur schwierig an den Zähnen unterscheiden kann. Die Kinder dürfen sie streicheln und mit Katzenmilch füttern. Durch Kuhmilch würden sie sterben.




Also doch eine nette Sache, auch wenn wir keine Fledermäuse in Aktion gesehen haben.

Auf dem Heimweg tobt das Unwetter richtig. Es waren ja schon seit dem Nachmittag Unwetterwarnungen verbreitet worden. Die "kleinen Bäche" haben sich zu reißende Flüsse verwandelt. Auf dem Hinweg zur Fledermaustour haben wir die nette Wasserfall- Badestelle besucht, an der wir vor ein paar Tagen waren. Jetzt ist von "Badestelle" nichts mehr zu erkennen.

VOR DEM REGEN:


HEUTE:


 

Tag 12    21.Juli
Nachdem die Kinder weiter am "Staudamm" gebaut haben, fahren wir nach Reit im Winkl. Wir müssen noch etwas einkaufen und wollen auch endlich die Postkarten zu Post bringen, die seit dem Wochenende im Auto liegen. Irgendwie haben wir es immer wieder vergessen... Die Post hat aber auch komische Öffnungszeiten. Danach fahren wir zu einer Käserei (www.wilder-kaeser.at) nach Österreich, schauen uns an, wie Käse gemacht wird und probieren auch gleich div. Sorten an Käse und trinken frische Buttermilch. Vom leckersten Käse nehmen wir gleich noch eine große Portion mit. Von dort aus geht es gleich weiter nach Aschau, zu www.Falknerei-Burghohenaschau.de . Dort sehen wir eine tolle Flugvorführung. Nico fällt mal wieder auf :-) Zuerst weil er sich beschwert, dass es keine Turmfalken gibt und dann durch sein "Fachwissen". Dem Falkner gefällt das und baut Nico öfters in die Show mit ein. Z.b. bekommt Nico ein Stück Fleisch auf den Kopf gelegt und ein Schwarzmilan holt sich das Fressen im Flug. Als der Falkner einen ganz großen Vogel holt, ruft Nico sofort, dass es der Weißkopfseeadler ist. Der Falkner staunt nicht schlecht und fragt gleich nach, warum dieser Vogel aber doch keinen weißen Kopf hat. Wieder antwortet Nico, dass der Seeadler noch zu jung ist. Der weiße Kopf kommt, wenn er älter wird. Wieder einmal hat Nico recht und der Falkner staunt so wie wir. Woher weiß er das nur? Auch nach der Shop weicht Nico nicht von der Seite des Falkners und am Ende bekommt Nico eine große Feder vom Adlerbussard geschenkt. Für unsere Federsammlung. Ich glaube, heute möchte Nico Falkner oder Greifvogelforscher werden :-)




Der Weißkopfseeadler und ein Steinadler


Weißkopfseeadler, Steinadler und Adlerbussard


Sakerfalken, männlich und weiblich


Weißkopfseeadler



Da war der Fotoapparat zu langsam. Zuvor hat ein Schwarzmilan Nico ein Stück Fleisch vom Kopf geklaut.


Uhu


Nico mit seinem neuen Freund, dem Falkner (beide verstanden sich auf Anhieb) und
mit seinem Geschenk, der Feder vom Adlerbussard.


Um 21.15 Uhr gehen wir mit Bat-Detektor, Stirntaschenlampe und Kamera bewaffnet über den Hof. Wir wollen sehen, wo die Fledermäuse ausfliegen. Lange müssen wir nicht warten. Leider erkennen wir nicht, ob sie aus den Gebäuden kommen oder aus dem nahen Wald. Fotos sind sehr schwierig zu machen, weil sie so super schnell sind. Aber wir haben es dann geschafft. Ich tippe auf Zwergfledermaus. Ist jemand anderer Meinung, soll er sich bitte bei mir melden. Auch konnten wir 2 Videos machen. Besonders die Töne vom Detektor können vom Fachmann gedeutet werden. Ich werde mal beim NABU rumfragen, wenn wir wieder zu Hause sind. Auch kann ich jetzt die Videos nur als MTS Dateien hochladen. Diese können nur von Windows7 gespielt werden. Zu Hause werde ich sie in ein gängiges Format umwandeln.


Nicht viel zu erkennen... :-(

Videos:
Zu erkennen ist nicht viel, aber über den Sound des Detektors kann man auf die Art schließen.

www.Big-Friedrich.de\urlaub\Bayern2011\Fledermaus1.MTS 8 MB

www.Big-Friedrich.de\urlaub\Bayern2011\Fledermaus2.MTS 20 MB



Tag 13    22.Juli

Unser letzter Tag in Bayern. Wir brechen schnell auf, um noch einmal eine Wanderung zu machen. Die leichte Tour führt 4 Stunden durch das Naturschutzgebiet Weitsee zur Röthelmoos. Keine großen Höhenunterschiede, aber sehr schön durch Wald und über Wiesen. Über länge Zeit begleiten uns 3 Mäusebussards, die die Thermik gesucht haben, um sich nach oben schweben zu lassen. Nico war fest davon überzeugt, dass es sich um Steinadler handelte. An Hand der Laute und durch das Erkennungsbuch hat er seinen Irrtum dann eingesehen. Auch auf dieser Tour konnten wir wieder 2 "Schätze" einbauen.




Der Rosenkäfer und eine Weinbergschnecke


Für diese Tierchen suchen wir noch einen Namen


So ein Schatzsuche ist nicht immer ganz einfach


"Nacktschnecki"


Nico muss sich erst vergewissern, dass es wirklich Mäusebussards und keine Steinadler sind



Eine Schutzhütte und ganz rechts eine Liebeserklärung von Nico an Felix




Bergholunder - die Frücht darf man nur reif und gekocht essen






Wieder zurück auf dem Hof darf Felix auch Trecker fahren und beide Kinder bekommen die Fragebögen für das Stalldiplom. Wenn sie diese richtig ausfüllen, dürfen sie das Diplom feierlich in Empfang nehmen :-)
 



Ab späten Nachmittag fahren wir zum Angelteich im Ort. Gäste dürfen dort 2 Stunden kostenlos Angeln und müssen nur den Fisch bezahlen. Auch kostenlos reiten kann man dort. Nico angelt sehr gern und Felix freut sich auf das Reiten. Bisher war Angeln nie ein Problem für uns, da Nico eh nichts gefangen hat. Aber hier an so einem kleinen Teich wird es wohl anders sein. Wir bekommen eine genaue Einweisung. Besonders das Betäuben ist mir wichtig, da ich natürlich das Tier nicht quälen möchte. Ich hoffe noch immer, dass Nico nichts fängt. Doch schnell ist die erste Forelle am Haken. Das Betäuben ist nicht schwer. Nach dem ersten Schlag ist sie schon still, zur Sicherheit noch ein Schlag hinterher. Boah... das ist gar nichts für mich. Ich kann noch nicht einmal eine Spinne umbringen und hau nun hier einem Fisch auf den Kopf. Was tut man nicht alles für die Kinder. Aber es kommt noch schlimmer... es folgt Forelle 2, 3 und 4. Nico ist richtig süchtig und will immer weiter angeln. Aber das ist genau das, was Nico nicht lernen soll. Tiere töten aus Spaß! Das geht gar nicht! Wir sind 4 Personen und hören nach 4 Fischen auf. Ich habe ehrlich ein schlechtes Gewissen. Als aktiver Naturschützer muss ich hier gleich 4 Tiere töten... Obwohl... eigentlich habe ich sie ja nur betäubt, getötet (ausgenommen) hat sie der Chef vom Angelteich. Mit 4 Forellen fahren wir zum Hof. Zum Glück hat unsere Bäuerin Maria uns vorher angeboten, den Fisch zu braten. Das Angebot nehmen wir gern an. Da wir keine großen Fischesser sind, teilen wir uns 2 Fische, die anderen beiden sind für Maria und Luc. Dieses Angelerlebnis bestärkt mich in der negativen Einstellung, dem Angeln gegenüber. Ich habe am Angelteich etliche Familien gesehen, die beim Betäuben ihre Schwierigkeiten hatten, auch weil es die Kinder machen wollten. Da hat sich so ein Tier schon mal eine Minute quälen und 5,6,7 oder sogar 8 Schläge über sich ergehen lassen müssen. Das geht gar nicht. Nico durfte oder besser gesagt, MUSSTE auch einmal einen Fisch betäuben, nachdem wir es vorher geübt haben. So hat es auch gut geklappt. Er sollte lernen, dass es kein Spaß und auch kein Spiel ist, sondern auch Fische am Haken Lebewesen sind. Aber wie gesagt, Angeln werden wir sobald nicht wieder gehen. Obwohl Nico es sehr gern möchte. Gegen 21.30 Uhr gehen wir dann noch mal auf Fledermaustour. Wir sind uns sicher, dass wir 2 verschiedene Fledermäuse am Hof haben. Welche kann ich leider nicht sagen, aber der Detektor macht eindeutig unterschiedliche Signale. Plötzlich sehen wir eine sehr große Fledermaus. Sie setzt sich auf einen Balken unter dem Dach. Unsere Lampen reichen nicht aus. Mit Taschenlampe und Blitzlicht können wir dann ein Foto schießen. Es ist ein...
... Hausrotschwanz :-)

















Tag 14    23.Juli

Beim Frühstück bekommen Nico und Felix ihr Stalldiplom überreicht und sind stolz wie Oskar...


Nach dem Packen und dem schweren Abschied geht es gegen 11 Uhr los. Zuerst gemütlich über Landstraßen mit einem kleinen Umweg über den www.Umweltgarten.de







Danach geht es dann aber direkt zur Autobahn, Autopilot auf N und los geht es. Zuerst kommen wir auch gut voran. Je später der Tag, um so weniger Autos sind unterwegs. Dann sagt uns das Navi, dass im Harz die Autobahn komplett gesperrt ist. Baustelle! Ok, das kennen wir ja von der Hinfahrt. Dann fahren wir halt die ausgeschilderte Umleitung und gut ist es. Tja... denkste. Rund 5 KM vor der Sperrung stehen wir um Stau. Nichts geht mehr. Aus 3 Spuren werden eine und die geht dann von der AB ab. Dazu noch ein großer Rastplatz, von dem sich die Schlangen reindrängeln. Alle 10 Minuten eine Wagenlänge. Das nervt! Und das alles gegen 23 Uhr. Plötzlich spricht unser Rucksack! Wir haben vergessen ein Funkgerät auszuschalten und sind nun auf der gleichen Frequenz wie 2 Damen die ein Auto aus Süddeutschland geholt haben und nun im Konvoi hier auch im Stau stehen. Das finden die Kinder natürlich ganz lustig und so quatschen wir uns die Langeweile vom Leib. Mit 2 Stunden Verspätung kommen wir dann gegen 2 Uhr zu Hause an.

Es war ein toller Urlaub. Natürlich viel zu kurz. Aber da die Kinder super gewandert sind, überlegen wir, ob wir unseren Islandurlaub nach hinten verschieben und lieber im nächsten Jahr wieder nach Bayern / Österreich fahren. Wir haben viel von den so genannten "Hüttenwanderungen" gehört. Quer durch die Alpen wandern, von Schutzschütte zu Schutzhütte und dort dann mit Schlafsack und Isomatte übernachten. Das wäre toll... mal schauen. Unterm Carpot liegen auch noch 2 Kinderkajaks, die eigentlich im nächsten Jahr auf große Gepäcktour in Schweden gehen sollen. Oder doch lieber Norwegen? Nun ja... die Winterabende werde lang. Da kann man viel planen :-)




 


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