Wandern im Harz

Auf dem Hexenstieg von Torfhaus nach Thale


24. - 27-Mai 2017




Der komplette Hexenstieg
Quelle: www.wandern-im-harz.de






Im letzten Jahr bin ich ja schon mit beiden Kindern (getrennt) den Hexenstieg gelaufen. Da wir uns aber keinen Stress machen, viele Pausen und vor allem die schöne Natur geniessen, teilten wir den Hexenstieg auf.
2016 ging es vom Start in Osterode bis nach Torfhaus. Am Brocken verließen wir den Hexenstieg und liefen nach Schierke. In diesem Jahr hatte Felix keine große Lust auf das Wandern, aber Nico zum Glück, denn sonst hätte ich allein laufen müssen. Wir haben die zweite Etappe geplant. Von Torfhaus bis zum Ziel nach Thale. Dann sind wir den Hexenstieg vom Start bis zum Ziel gewandert, aber leider nicht komplett. Es gibt 2 Umgehungen, die wir noch mal nachholen müssen. Gerade weil es dort auch noch 5 Stempelstellen gibt.

Zu den Kilometern möchte ich nicht viel schreiben, da wir etwas verwirrt sind. Laut Infos im Internet soll diese Etappe knapp über 60 KM sein. Unser GPS zeigte aber an, dass wir komplett fast 90 KM gelaufen sind.
Die Wahrheit liegt wohl irgendwo dazwischen. Auf jeden Fall sind wir pro Tag zwischen 20 und 25 Kilometer gelaufen.

In meinem Bericht vom letzten Jahr erwähnte ich ja schon die schlechten Einkaufsmöglichkeiten am Weg. Lediglich in Altenau konnten wir unsere Lebensmittelreserve aufstocken.
Auf dieser zweiten Etappe ist es noch schlechter. Es gibt KEIN EINZIGES Geschäft an der gesamten Strecken. Nur Restaurants! Keine Katasstrophe, sollte aber beachtet werden. Auch Geldautomaten gibt es nicht und nicht jedes Lokal nimmt Karte. Wir ernährten uns quasi von Butterkeksen und steuerten einmal am Tag ein Lokal an. Wasser ist zum Glück auch auf dieser Strecke kein Problem, da es genügend Quellen und Bäche gibt.
 

 



Tag 1


Mit dem Zug geht es entspannt nach Bad Harzburg. Dort schauen wir uns den schönen Ort an, machen einen Cache und fahren dann mit dem Bus bis nach Torfhaus. Hier beginnt Mittags die eigentliche Wanderung.
Es ist ein normaler Werktag, entsprechend einsam ist es auf dem Weg zum Brocken. Das Wetter ist quasi perfekt, bewölkt aber warm. Der Weg zum Brocken ist etwas langweilig. Zum einen kennen wir ihn ja schon und zum anderen ist gerade das letzte Stück sehr breit und mittlerweile sind doch eine Menge Menschen unterwegs. Aber typisch für den Brocken ändert sich das Wetter. Es wird kühler und es pfeifft ein ordentlicher Wind. Oben angekommen gibt es Currywurst / Pommes, zu einem Preis..... ach, vergessen wir das. Wir sind ja auch dem Brocken, da ist es nun mal teuer. Der Rückweg ist öde. Der Hexenstieg verläuft sehr lange über die Brockenstraße und die Dienstfahrzeuge vom Brockenwirt halten sich nicht wirklich an die Geschwindigkeitsbegrenzung. Als wir die Straße endlich verlassen können, wird es schlagartig schöner. Es ist auch schon Zeit, einen Schlafplatz zu suchen. Die einzige Schutzhütte liegt direkt an der Brockenstraße, also wandern wir noch ein Stücken weiter und werden mit einer schönen Stelle belohnt. Es sieht nach Regen aus und so spannen wir lieber das Tarp auf. Kaum steht es, fängt der Niesel auch schon an. Nicht weit entfernt liegen sehr viele Knochen. Die sammel ich ein und bekomme sie noch irgendwie im Rucksack verstaut. Felix liebt Knochen und wird sich sehr darüber freuen. Eigentlich wollte ich sie nur bis zum nächsten Ort schleppen und dann per Post nach Hause schicken. Zum Glück ahnte ich dort noch nicht, dass es wir diese Möglichkeit nicht haben haben werden, denn sonst hätte ich die Knochen wohl vor Ort gelassen.




    













 






 








 

Tag 2


Wir haben sehr gut geschlafen und ziehen früh weiter. Wir hoffen auf ein Frühstück im nächsten Ort. Heute ist Vatertag und wir stellen uns auf einen turbulenten Tag und auf verdreckte Schutzhütten ein. Als wir am Naturerlebniszentrum Hohnehof ankommen, sehen wir sie auch schon. Männer! :-) Ohne Bollerwagen, aber mit Gepäck und gegen 10 Uhr können die Ersten schon nicht mehr gerade gesehen. Wir essen beim Ranger ein Stück Kuchen und neben uns feiern Männer in Pink sich selbst. Aber die sind lustig und von denen geht keine Gefahr aus. Wir werden zu Frikadellen eingeladen und natürlich gibt es ein Selfie. Lustige Truppe! Einer der Jungs lädt uns dann auch gleich in sein Lokal in Werningerorde ein. Wenn wir mal in der Nähe sind, sagen wir bestimmt "Hallo". Wir sehen aber auch ganz andere, bei denen wir froh sind, dass die Meute eine andere Richtung einschlägt. Wir gehen weiter und kommen später zur Bode, die uns den Rest der Tour begleiten wird und nicht nur als Wasserspender, sondern auch als Badestelle und Waschmöglichkeit dient. In Königshütte muss man sich entscheiden, ob man die Süd- oder die Nordroute wählt. Da wir über den Brocken und nicht die Südumgehungen gegangen sind, entscheiden wir uns auch hier für die Nordvariante. In Nönigshütte gibt es das "Hotel am Felsen", wo wir zum Mittagessen einkehren. Die Bedienung ist sehr unfreundlich. Sie schaut seltsam auf unser Gepäck und auf uns. Mag sie keine Wanderer? Nein, an uns liegt es nicht. Die Rentnergruppe am Nebentisch, die eindeutig keine Wanderer sind, bekommen die schlechte Laune auch zu spüren, als sie um eine getrennte Rechnung bitten.  Das Essen war aber gut! Zum Bezahlen kommt zum Glück eine andere Dame und am Ausgang treffen wir auf die unfreundliche Person. Wir sagen ihr ganz nett "Auf Wiedersehen", aber keine Reaktion von ihr. Das geht gar nicht. Ich spreche sie an und will sie fragen, wo ihr Problem ist. Sie nuschelt irgendetwas und verschwindet in der Küche. Später habe ich mich noch so über das Verhalten geärgert, dass ich eine Mail an den Chef geschrieben haben. Ok, vielleicht war sie ja die Chefin.... dann tut mir der Ehemann leid :-) Egal, wir lassen und den Tag nicht versauen und gehen gut gestärkt weiter über kleine Pfade. In Königshütte ist es teilweise schwierig mit der Beschilderung des Wanderweges und auch die Karte ist nicht eindeutig. So mussten wir uns etwas durchfragen.
Abends finden wir einen super Schlafplatz. Direkt an der Bode, zu Füßen der Susenburg, die man jedoch nicht sieht. Dort gibt es einen sehr ruhigen Ort. Der nächste Parkplatz ist so weit entfernt, dass hier quasi nur echte Wanderer vorbei kommen und dort gibt es auch eine Schutzhütte. Aber da das Wetter so super ist, legen wir uns lieber direkt an die Bode unter freiem Himmel und genießen das Plätschern.
Spät Abends kommen noch weitere Wanderer, die sich in die Hütte legen.
 








 



 

Tag 3


In der Nacht muss irgendwo ein Baum umgekippt und einen Abhang hinuntergerutscht sein. Der Lärm war enorm. Wir können aber nichts sehen. Wir ziehen weiter, Ziel "Frühstück". In Rübeland haben die Lokale noch geschlossen und wir entspannen eine Stunde im kleinen Park. In Rübeland gibt es auch zwei Tropfsteinhöhlen, aber darauf haben wir keine Lust. Zum Mittag gehen wir in eine Pizzeria. Sehr gut! Relativ günstig und wirklich zu empfehlen. Es gibt eine leckere Pizza und zum Nachtisch Spaghettieis. Wir können dort aus rund 8 verschiedenen Sorten wählen und die Portion ist super! Beim Bezahlen, was leider mit EC-Karte nicht geht, stelle ich fest, dass das Bargeld nun zur Neige geht. Einen Automaten gab es in Rübeland bis vor 6 Jahren. Der wurde jedoch immer wieder gesprengt und daher wurde kein neuer aufgestellt. Die freundliche Bedienung sagte uns auch, dass wir bis Thale keine Möglichkeit haben werden, Geld zu zapfen. Nun ja... wir haben ja noch genügend Bundeswehr-Butterkekse und TicTac. Also geht´s weiter. Die Sonne brennt, aber der Weg wird schön einsam, aber auch später sehr sehr anstrengend. Das Stück entlang an der Wendefurther Talsperre, speziell kurz vor Wendefuhrt ist sehr steil. Nach einem endlosen langen steilen Aufstieg warten ein Marsch über eine Wiese in praller Sonne ohne Schatten. Das ist hart und so freuen wir uns auf unseren nächsten Schlafplatz. Die Hütte ist noch verschmutzt vom Vatertag und mittlerweile ziehen wir das "freie Schlafen" eh vor. Also kurz vor Altenbrak wieder an die Bode...

 

 







 

 

Tag 4


Eigentlich hatten wir 5 Tage für die Tour geplant und vielleicht hängen wir einen Tag in für Thale ran, aber aktuell laufen wir heute lieber in Ruhe nach Thale und fahren dann nach Hause. Thale, so stellt sich später heraus, ist zwar ein netter Ort, aber sehr Touriüberlaufen. Da möchten wir nicht bleiben. Also marschieren wir mit dem Ziel vor Augen weiter. Mit nur ein paar Euro in der Tasche gibt es kein Frühstück, also freuen wir uns auf Thale. In Tresenburg haben die günstigen Lokale noch geschlossen. Aber dort beginnt für viele Tagestouristen die Wanderung nach Thale. Dort kommen Busse an und entsprechend voll wird es auf den nächsten Kilometern nach Thale. Das ist schade. Der Weg ist so schön klein und urig, aber die vielen Touris nerven schon. Aber wir lernen hier auch nette Menschen kennen, wie eigentlich überall auf der Tour. Nico fällt natürlich auf. Wandernde Kinder so voll mit Gepäck haben wir sonst nicht auf dem Weg gesehen. Auch lernen wir hier zwei nette Cacherdamen kennen. Auch sehen wir hier einen kleinen Wiesel, der uns ein Stück begleitet und einen Feuersalamander. Je näher wir Thale kommen, umso mehr Touris in Sandalen und FlipFlops sind auf dem Weg unterwegs. Und als wir einen Kinderwagen sehen, wissen wir, es kann nicht mehr weiter sein. Vorher läuft der Weg durch einen Ausflugspunkt mit Stempelstelle. Dort ist es mit der Ruhe endgültig vorbei, aber dort bekommen wir für unser letztes Bargeld zwei Windbeutel mit Eis. Der restliche Weg nach Thale ist geprägt von Touris, Kletterparks, Seilbahnen u.s.w. Ein echter Touriort halt. Am Ziel angekommen, buchen wir online unser Ticket und freuen uns über einen Sparpreis von 29 Euro!!! Thale - Hamburg, 1 Erw. 1 Kind. 4 Stunden fahrt. 3 Regionalzüge bis Hannover und dann ICE. Der Preis ist top!
Wir haben noch eine Stunde Zeit und kaufen bei Rewe für die Fahrt ein. Vor allem was fruchtiges zu trinken kommt jetzt gut, nach 4 Tagen Quellwasser.








 






 

Fazit

Mal wieder eine tolle Tour bei super super Wetter! Jede Nacht im Wald geschlafen! Nichts vergessen, nichts zu viel mit genommen. Alles perfekt. Die Tagesetappen waren so, dass Nico sie super laufen konnte und immer wenn die Füße zu sehr schmerzten, konnten wir uns auch schon den Schlafplatz suchen. Im nächsten Jahr wollen wir die Umgehungen wandern, um dann wirklich den kompletten Hexenstieg gelaufen zu sein.
 

 


 





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