Schweden 2007
19 Tage mit dem Zelt durch Süd-Schweden
17.Juni - 05.Juli 2007

Gefahrene Kilometer: 3349



Dies ist in etwa unsere Reiseroute. Klickt auf das Bild für weitere Details.




Urlaubsvorbereitung:
Bei der Urlaubsvorbereitung mussten wir ja erst einmal entscheiden, wohin es überhaupt gehen soll. Wir wollten auf jeden Fall wild Zelten. Besser kann man die Natur nicht erleben und die Kinder sollen sich früh an diese Urlaubsform gewöhnen, weil es All-Inkl. Urlaube oder Hotelanlagen bei uns nicht geben wird. Wir lieben die unberührte Natur weit ab vom Tourismus und werden auch in den nächsten Jahren immer mit Zelt oder vielleicht auch mal mit dem Wohnwagen / Wohnmobil unterwegs sein. Da wir keine Hochsommer-Temperaturen mit Badewetter-Garantie haben wollten und Skandinavienfans sind, blieben nicht viele Länder zur Wahl. Ich wollte gern wieder nach Norwegen, weil ich dort schon vor ein paar Jahren mit dem Motorrad unterwegs war und seit dem begeistert von dem Land bin. Wir haben uns letztendlich dann aber doch für Schweden entschieden, weil es zwar das von der Landschaft her langweiligere Land, jedoch das familienfreundlichere ist. Wälder und Seen sind nur mal für Kinder besser geeignet als steinige Berge. Wobei es in den Ländern natürlich auch unterschiedliche Regionen mit den jeweiligen Landschaften gibt. Aber auch der Weg nach Norwegen war letztendlich ein Minuspunkt, da wir den Kindern min. 1 ganzen Tag längere Anfahrt hätte antun müssen. Dazu kommt auch noch, dass z.B. die ideale Fährverbindung Kiel-Oslo sehr teuer ist. Also haben wir uns auf Schweden geeinigt. Da wir nicht lange an einem Stück fahren wollten, kam nur Südschweden in Frage. Wir wollten aber auch nicht lange an einem Ort bleiben und viel vom Land sehen. Also fahren wir einfach drauf los und schauen, wo es uns hin treibt. Nur ein einziges Ziel hatten wir fest mit in die Planung einbezogen: Vimmerby mit seinem Astrid Lindgren Land.

Anfahrt / Rückreise / Reiseweg:
Die Anreise nach Schweden haben wir über die Vogelfluglinie mit den beiden Fähren gemacht. Einmal von Puttgarden auf Fehmarn nach Rødby
, dann 3,5 Std. Autofahrt durch Dänemark und mit der Fähre von Helsingør ins schwedische Helsingborg. Das Kombiticket für beide Überfahrten kostet für ein PKW 86 Euro. Beim Rückweg wählten wir die Alternative über die Öresund-Brücke von Malmö nach Kopenhagen (245 DKK, ca. 33 Euro) um dann nach 2 Stunden Fahrt durch Dänemark in Rødby auf die Fähre nach Puttgarden zu fahren, die uns nun einzeln 420 DKK (ca. 56 Euro) kostet. Ein Kombiticket an der Brücke konnten wir nicht kaufen, was wir am Kreditkartenschalter waren und es das Kombiticket nur am manuellen Schalter gibt. Ich weiß nicht, welche der beiden Varianten nun besser ist. Der Weg über die Brücke ist etwas teurer, dafür bei schönem Wetter bestimmt netter. Auch fährt man weniger durch Dänemark und mehr durch Schweden. Autobahn ist zwar Autobahn, aber ich finde Schweden etwas reizvoller. Die Fahrt über die Fähren ist aber gerade für Kinder recht nett und bietet 2 abwechslungsreiche Pause auf der langen Autofahrt. Die Kinder finden so eine Schiffsfahrt ja immer viel spannender als eine langweilige Brücke. Beim Reiseweg durch Schweden haben wir nichts vorher geplant und uns immer spontan, bzw. einen Abend vorher entschieden, wie wir fahren wollen. Meistens haben wir die kleinen Wege und Straßen durch die Ortschaften, den Hauptstraßen und Autobahnen vorgezogen, weil wir so viel mehr von Land und Leute gesehen haben.
Die Schweden fahren allgemein langsam und defensiv. 110 Km/H sind auf der Autobahn erlaubt, 70 bis 90 Km/H außerhalb geschlossener Ortschaften und 50 Km/H in Ortschaften. Blitzer stehen an den großen Hauptstraßen relativ häufig, werden vorher jedoch angekündigt.

Tanken:
Die meisten Tankstellen haben nur E85 (Ethanol), Diesel und Benzin mit 95 Oktan, was unserem Super entspricht. Normalbenzin mit 91 Oktan habe ich nicht entdecken können. An einigen Stadttankstellen gibt es aber auch noch Benzin mit 98 Oktan, was unserem Super-Plus entspricht. Das Tankstellennetz in Südschweden ist ausreichend. Selbst in abgelegenen Gebieten sollte die normale Reserve genügen, im Umkreis von 30 bis 50 KM findet man auf jeden Fall eine Tankstelle. Öffnungszeiten sind nicht wichtig, da es sich meistens eh um Automaten-Tankstellen handelt, wo man mit Kreditkarte bezahlt. Bei unserem Urlaub kostet der Liter Benzin (Super) im Durchschnitt 11,89 SEK (ca. 1,30 Euro) und Diesel lag bei 10,54 SEK (ca. 1,15 Euro). Zum Vergleich: Zur selben Zeit kostete der Liter Super in Deutschland 1,37 Euro und Diesel lag identisch mit dem schwedischen Preis bei 1,15 Euro.


Unterkunft:
Wir wollten eigentlich so oft wie möglich wild Zelten, um die Natur ganz intensiv zu erleben und auch mal einen Elch live zu sehen :-) Dies war aber in Süd-Schweden nicht besonders einfach. In den Waldgebieten war der Wald zu dicht, dass wir nur sehr selten Platz für Auto UND Zelt gefunden haben. Auch wollten wir natürlich nicht an den Hauptstraßen stehen und auch Wasser in der Nähe haben. An Seen und Flüssen befindet sich aber meistens Moor oder Sumpfgebiet. Eine ebene geeignete Fläche für Auto und Zelt zu finden, war für uns reine Glückssache. So konnten wir leider nur einmal unser Zelt einsam mitten im Wald aufschlagen. Mit einem Wohnwagen oder Wohnmobil ist es natürlich einfacher. Da stellt man sich einfach auf einem einsamen Parkplatz, von denen es jede Menge gibt, und genießt die Natur. So haben wir dann die meiste Zeit auf Campingplätzen übernachtet. Die Ausstattung war uns am Anfang noch egal. Hauptsache es war sauber und im Bezug auf die sanitären Anlagen waren alle unsere angesteuerten Plätze sauber. Wir hatten zwar einen Campingkocher mit, der jedoch viel Brennspiritus verbraucht und relativ langsam ist. So haben wir uns im Laufe der Reise immer wieder für Campingplätze entschieden, die eine Küchenbenutzung angeboten haben. Dies ist ab 3 Sternen der Fall. Da gab es dann meistens einen kleinen Raum mit ein paar Herdplatten, vielleicht sogar ein paar Backöfen, die man kostenlos benutzen durfte. Diesen Luxus haben wir gern angenommen.
Folgende Campingplätze haben wir während unserer Reise besucht:
"Bolmens Camping" in 341 94 Ljungby. Außerhalb im Ort Bolmen am gleichnamigen See gelegen. Einfach und sauber.
"Steenkällegardens Camping" in 546 95 Karlsborg. Außerhalb gelegen am Tiveden Nationalpark, direkt am Bocksjön. Nett und gemütlich. TIPP !!!
"Sandviks Camping" in 59078 Vreta Kloster. Außerhalb gelegen im Ort Stjärnorp direkt am Roxen.
"Vimmerby Camping Nossenbaden" in 598 93 Vimmerby. 3 Km außerhalb gelegen.
"Sjöstugans Camping" in 343 94 Älmhult. Zentral gelegen, direkt am Möckeln. Sehr deutsch!
"Luhrsjöbaden Camping" in 280 23 Hästevede. 20 Km nördlich von Osby. TIPP !!!



Preise:
Schweden ist nicht so teuer, wie man es immer wieder hört. Wer auf viel Fleisch und auf hochprozentigen Alkohol verzichten kann, der wird in Schweden für Nahrungsmittel nicht viel mehr bezahlen als in Deutschland. Ganz im Gegenteil! Milchprodukte, Süßigkeiten, Obst, Gemüse und natürlich Fisch sind teilweise viel günstiger als in der Heimat. Wie bei uns kommt es aber auch darauf an, wo man einkauft. In jedem größeren Ort gibt es ICA, der relativ günstig ist. Wenn man Glück hat findet man auch richtige Dicounter wie "Netto" (ähnlich unserem Aldi) oder Coop. Da zahlt man für die normalen Lebensmittel dann wirklich nicht mehr als in Deutschland. In Schweden ist auch das Prinzip "Nimm mehr, zahle weniger" weit verbreitet. So ist es oft günstiger, einfach etwas auf Vorrat zu kaufen. Essen gehen ist auch nicht viel teurer. Zumindestens in den "normalen" Restaurants nicht. In Imbissen haben wir sogar weniger für den Hamburger und die Pommen gezahlt, wie wir es hier in Deutschland hätten tun müssen. Und dann gibt es ja doch den "Dagens-Lunch". Ein sehr preiswerter Mittagstisch. Was gerade für Familien besonders erfreulich ist, ist die Tatsache, dass diese ganzen Tourigeschichten im Verhältnis zu Deutschland wirklich günstig sind. Museen, Parks, Stadtrundfahren u.s.w. kosten teilweise wirklich nur ein paar Euro. Auch ist die Verpflegung in diesen Anlagen teilweise nicht teurer als in der Stadt. Die Preise auf den Campingplätzen sind stark unterschiedlich. Für einen Zeltplatz haben wir im Durchschnitt 150 SEK (ca. 16 Euro) pro Nacht bezahlt. Für Hütten muß man gewöhnlich min. 300 SEK (ca. 32 Euro) rechnen. Und das sind dann schon günstiger 2 Personen Hütten. Für eine 4 Personen Hütte zahlt man auf einem normalen Platz locker 400 SEK ( ca. 44 Euro) und mehr. Es KANN sich lohnen, nach privater Hüttenvermietung Ausschau zu halten. Zu erkennen an den "Stugar" Schildern am Straßenrand. Hütte von Privat sollen in der Regel günstiger als die Campingplatzhütten sein. Dies können wir aber leider nicht bestätigen, wobei wir auch nur die Gelegenheit zu einem einzigen Preisvergleich hatten.

Wetter:
Ist das Wetter nicht eigentlich unwichtig? Na ja, nicht ganz. Aber wer nach Skandinavien fährt, plant keine 2 Wochen Sonnenschein und 30 Grad ein. So hatten auch wir gute Regenkleidung mit, die wir jedoch nur an 3 oder 4 Tagen brauchten. Richtige Sommertage hatten wir aber auch so ca. 3 oder 4. Im Durchschnitt war es oft bewölkt aber trocken. Die Temperaturen lagen zwischen 18 und 24 Grad. Wobei das Wetter in Schweden sehr wechselhaft ist und man sich nicht auf den Wetterbericht verlassen darf. Erlebt man jetzt gerade ein heftiges Gewitter, kann in 30 Minuten schon wieder die Sonne vom wolkenlosen Himmel brennen. Die Wassertemperaturen der von uns besuchten Seen lagen bei erfreulichen 18 bis 21 Grad. Die meisten Seen in Schweden sind sehr eisenhaltig, wodurch das Wasser nicht nur braun ist, sondern auch schneller warm wird.

Reisezeit:
Sind sind ja nun Ende Juni gefahren. Nicht weil wir es unbedingt wollten, sondern weil es beruflich einfach nicht anders möglich war. Die beste Reisezeit für Schweden soll ja Juli / August sein. Dazu kann ich nicht viel sagen. Das Wetter wird dann "wahrscheinlich" besser, die ganzen Parks, Straßen und Campingplätze jedoch auch viel voller sein. Wir hatten immer das Gefühl, dass wir quasi vor der Saison durch das Land fahren, war recht angenehm war.

Reisekosten:
Insgesamt für 19 Tage: 1500,-.
Davon Tanken: 300 Euro, Übernachtung: 350,-, Fähren/Brücke: 175,-
Der Rest teilt sich dann in Nahrungsmittel, Eintrittsgelder u.s.w. auf.
Ach.. ist zelten nicht eine tolle Art Urlaub zu machen? :-)



Tagebuch

1.Tag 17.06.
Los geht es um 3 Uhr. Die Kinder schlafen im Auto weiter und wir können in Ruhe Kilometer machen. Nach 2 Stunden und 163 KM fahren wir in Puttgarden auf die Fähre.
Das Kombiticket für 2 Überfahrten bis nach Schweden kostet uns 86 Euro. Die Überfahrt nach Rødby (Dänemark) dauert ca. 40 Minuten. Nach 3,5 Stunden Fahrt durch Dänemark erreichen wir in Helsingør die nächste Fähre, die uns nach Schweden bringt. Nach ca. 25 Minuten auf dem Wasser erreichen wir nach insgesamt 6,5 Stunden das schwedische Helsingborg. Schweden begrüßt uns mit sonnigen 20 Grad und nur manchmal nieselt es ein wenig. Erst einmal weg von der Stadt! Wir setzen uns auf die E4 Richtung Norden und geben erst einmal Gas. Soweit dies voll beladen mit Dachbox und nach schwedischen Verkehrsregeln erlaubt ist. Bei Ljungby fahren wir ab in Richtung See Bolmen. Zwischen Piksborg und Angelstad befindet sich das kleine Dorf Bolmen mit einem ebenso kleinen aber feinen Campingplatz direkt am See. Hütten gibt es ab 400 SEK (ca. 43 Euro), unser Zeltplatz kostet aber nur 150 SEK (ca. 16 Euro). Hier bleiben wir 2 Nächte und erholen uns von der Anreise. Besonders Nico und Felix haben dies nötig. Nicht nur die unregelmäßigen Schlafzeiten, sondern auch das Zelten, die Helligkeit und die neue Umgebung machen ihnen zu schaffen. Sie sind beide sehr anstrengend und schlafen erst sehr sehr spät. Das kostet uns Eltern eine Menge Kraft. Da wir dieses "aklimatisieren" aber kennen und die Kleinen mit etwas Fieber eh angeschlagen sind, nehmen wir es halt hin, dass unsere Rabauken mal keine "pflegeleichten Vorzeigekinder" sind, die sich sonst zu Hause immer zu seien scheinen. Der Bolmen ist wie viele Seen in Schweden sehr eisenhaltig. Dadurch ist das Wasser nicht nur sehr braun, sondern wird auch schneller warm. Darum kann ich auch schnell kurz an der Badestelle in Bolmenstad in den See springen, wenn dieser böse Wind nur nicht wäre, der über den See pfeift. Am Campingplatz direkt baden ist leider nicht möglich. Natürlich ist dieser mehr für Angelgäste ausgelegt und am Wasser liegen lauter Boote, wodurch das Baden dort verboten ist. Es gibt aber einen Badeplatz, ca. 500 Meter entfernt. Im Hochdachkombi.de Forum habe ich immer wieder von Leuten gelesen, die sich ärgern, dass die Lampen im Laderaum des Combo´s über keinen Schalter verfügen. Nun habe ich die Problematik am eigenen Leib erlebt. Beim Camping mit dem Combo ist das Fahrzeug mehr als nur ein Auto. Es ist vielmehr auch so eine Art Kleiderschrank und wir haben auch oft unser Tarp mit dem Wagen verbunden. Ideal! Hecktüren ausgerastet und voll aufgeklappt. So wird der Laderaum zum zusätzlichen Zimmer. Wenn das nicht die Lampen wären... Bei geöffneten Türen geht die Innenbeleuchtung an. Die vordere Beleuchtung geht nach ein paar Minuten aus. Die hinteren beiden Lampen bleiben aber an, bis die Batterie leer ist. Ok, bei den kleinen Birnen wird das schon einige Zeit dauern, aber da die Batterie beim Camping eh durch externe Verbraucher viel leisten muß, habe auch ich die Lampen im Laderaum deaktiviert. Das ging zum Glück relativ einfach. Einfach die Lampen mit einem Schraubendrehen aushebeln und die Stecker ziehen. Schade... das wäre nicht nötig, wenn die Opelleute sich etwas mehr Gedanken gemacht hätten. Nun können die Türen aber offen bleiben und wenn wir im dunkeln an das Heck müssen, muss halt die Taschenlampe her.




 

2.Tag 18.06.
Nico ist noch immer sehr anstrengend. Ok, nach der 1. Nacht im Zelt wollen wir nicht zuviel erwarten. Wir fahren ca. 16 Km nach Ljungby zum shoppen. Mit etwas Mühe und der Hilfe des Touribüros finden wir einen großen Discounter. Dass die Kunden ihre Ware während des Einkaufens per Handscanner selbst scannen und somit an der Kasse viel Zeit sparen, ist hier schon normal. Wir wählen erst einmal die altmodische Variante, da man für den Scannereinkauf wohl auch eine Kundenkarte benötigt. Den Rest des Tages erkunden wir nur die nähere Umgebung des Campingplatzes, den wir morgen verlassen werden, um weiter in den Norden Richtung Vättern zu fahren. Gegen 6 Uhr habe ich es geschafft, mit aufzuraffen und bis 1 Stunde am Bolmen gejoggt. Immer auf der alten Eisenbahnstrecke. Herrlich! Kein Mensch, pure Stille und der ruhige See immer an meiner Seite. Ich bilde mir ein, dass es in den letzten beiden Nächten nie wirklich dunkel geworden ist. Ein anderer Urlauber auf dem Campingplatz bestätigt mir, dass die Sonne gegen 23 Uhr versucht zu verschwinden, es aber nicht wirklich schafft und gegen 2.30 Uhr schon wieder zu sehen ist.


3.Tag 19.06.

Heute haben wir den Zeltplatz in Bolmen verlassen und fahren über die E4 nach Norden. Ca. 13 Km vor Jönköping fahren wir nach Taberg ab und sind dort auf den gleichnamigen 343 Meter hohen Berg gefahren, von dem man eine tolle Aussicht hat.Dann über die 40 an Jönköping vorbei zur 195. Auf der Suche nach einem Platz zum wild Zelten haben wir die 195 bei Habo verlassen und sind etwa 2 Stunden durch die Gegend geirrt. Zwar war die Gegend sehr schön und einsam, aber trotzdem erwies sich die Suche nach einem geeignetem Platz als sehr schwierig, da selten genug Raum für Auto UND Zelt war. Zumal der Wald auch sehr sehr dicht ist und am Wasser oft von sumpfigen Gelände umgeben ist. Zwischen Habo und Mullsjö haben wir dann nach ca. 10 Minuten Fahrt über einen Waldweg ein nettes Plätzchen gefunden. Sehr einfach, weit ab vom Schuss. Jedoch hätten wir der verwaisten Motor-Cross-Strecke mehr Beachtung schenken sollen, die uns an der Straße aufgefallen ist. Diese wird nämlich am späten Nachmittag um Leben erweckt und versorgt und bis zum späten Abend mit Motorensound. Zwar einige Kilometer entfernt, hört es sich so an, als wenn im nächsten Moment eine Enduro über unser Zelt springt.

 



 

 

4.Tag 20.06.
Die Nacht war spannend und sehr laut. Es waren viele Elche in der Nähe, die immer wieder ihren Brunftschrei zum Besten gegeben haben. Einige Male waren sie noch Nah am Zelt, dass ich ihre Schritte gehört habe. Aber zum rausgehen und wohlmöglich auch noch ein Foto zu schießen, fehlt mir leider leider der Mut. Wer weiß, wie diese großen Tiere reagieren. So ein Zelt ist für sie kein Hindernis und schließlich zelten wir ja in IHREM Wohnzimmer. Also verhalte ich mich ruhig. Am Ende der Reise werde ich mich über meine Feigheit ärgern. Es war die einzige Gelegenheit, einen Elch zu sehen und viele Einheimische erzählten mir, dass diese Tiere sehr scheu und überhaupt nicht Angriffslustig sind. Ok, für den nächsten Urlaub weiß ich bescheid.Nach dem Zeltabbau sind wir lange Zeit durch herrlich einsame Wälder gefahren. Nur selten kam uns ein Auto, natürlich ein Volvo, entgegen. Bei Brandstorp fahren wir auf die 195 und sehen Schwedens zweitgrößten See, den Vättern. An ihm entlang fahren wir bis Karlsborg, wo wir eigentlich auf einem Campingplatz wollen. Da uns dieser aber nicht gefiel, da er zu offen, zu ungemütlich und viel zu nah an der Stadt ist, fahren wir weiter. Nach ca. 20 Km geht es zum "Stenkällegården Tiveden". Ein großer aber sehr gemütlicher und sauberer Campingplatz, unweit vom Vättern, etwas abgelegen direkt am Bocksjö. Ein kleiner See mit Badestelle, direkt am Tiveden-Nationalpark. Hier gefällt es uns auf Anhieb so gut, dass wir uns gleich bis Montag einen Zeltplatz nehmen und hier auch richtig Midsommer erleben wollen, was auch hier auf dem Platz besonders groß gefeiert wird. Unsere letzte Campingplatzchefin hatte Recht mit ihrem Rat, dass wir uns rechtzeitig vor Midsommer einen Platz suchen sollen. Hier haben wir noch 2 Stellflächen zur Auswahl. Alle anderen sind zwar noch frei, sind aber reserviert. Der Campingchef bestätigt uns, dass Midsommer so eine Art Ausnahmezustand auf schwedischen Campingplätzen ist und es in den nächsten Tagen sehr voll wird. Überwiegend schwedische Touris werden den Platz bevölkern. Wir genießen die Ruhe vor dem Sturm, wobei Nico uns das Leben wieder einmal schwer macht. Eigentlich wollten wir uns hier ein Kanu leihen, aber wenn Nico so weiter macht, lassen wir das. Aber nicht nur Nico hindert uns daran, den Abend richtig zu geniessen. Auch die vielen Fliegen ( nicht Mücken ) zwingen uns dazu, früh ins Zelt zu gehen.





5.Tag 21.06.
Im Regen aufgewacht und schnell ins Auto. Auf ins ca 100 Km entfernte Jönköping. Dort besuchen wir nicht nur das nette Streichholzmuseum, sondern auch Ikea! Ein Pflichtbesuch für uns Ikea-Fan´s. Bei uns hat jedes Möbelstück einen Namen :-) Ikea Schweden ist auch nicht anders als Ikea Deutschland. Mit einem Unterschied: Es gibt keinen Hot-Dog. Zwar wird einem für 5 SEK (ca. 46 Cent) ein "Wiener Korv" verkauft, was erst einmal wie in Deutschland nur ein Brötchen mit Würstchen ist. Röstzwiebeln und Gurken sicht man aber vergebens. Es werden einem nur Ketchup, Senf und extra scharfer Senf angeboten. Danach bummeln wir noch durch das Einkaufszentrum, welches sich gleich neben Ikea liegt. In Schweden schliessen meistens Einkaufszentren gleich bei Ikea an. Manchmal ist sogar ein Durchgang direkt von Ikea zur Ladenzeile vorhanden. Zurück auf dem Platz müssen wir feststellen, dass die Midsommer Reisewelle angekommen ist. Überall Schweden, Wohnwagen, Vorzelte, Hunde und Volvo´s. Vorbei mit der Einsamkeit. Beruhigend und lobend sei noch erwähnt, dass Nico ganz brav schlafen gegangen ist. Nun sind auch mehr Kinder auf dem Platz, den ihn zwar nicht verstehen, aber Kinder brauchen ja nicht viele Worte.


 

 


6.Tag 22.06.
Bei Regen aufgewacht. Aber halb so schlimm. Wir nutzen das Wetter und genießen ein gemütliches ausgedehntes Frühstück im Zelt. Dabei hören wir dem prasselnden Regen zu.



Dann ziehen wir uns Regensachen an und fahren in den 5 Km entfernten Tiveden Nationalpark. Dort gibt es div. Rundwanderwege. Wir entscheiden uns für den kürzesten Weg mit einer Strecke von 2 Km. Ca. 1 Stunde soll laut plan diese Tour dauern. Wandern bedeutet auf diesem Pfad allerdings was anderes als in Deutschland. Wir machen eine tolle einsame Klettertour durch teilweise schwieriges Gelände. Als Belohnung bietet sich uns aber wunderschöne unberührte Natur und tolle Aussichten über den Nationalpark hinaus. Ganz stolz sind wir auf Nico. Wir brauchten für den Rundgang fast 3 Stunden und Nico ist die ganze Zeit gelaufen und geklettert. Mit knapp 3 Jahren! Wirklich toll! Sonst hat er schon nach 30 Minuten spazieren gehen keine Lust mehr. Aber dieses "richtige" Wandern im Wald scheint genau sein Ding zu sein. Er ist überhaupt nicht zu stoppen und läuft den Weg ganz allein. Manchmal für unser Empfinden jedoch etwas zu schnell und zu nah an den nicht abgesicherten Abhängen und Schluchten. Wir alle müssen aufpassen, da wir auf so eine Tour nicht vorbereitet waren und halt nur Regenzeug anhaben. Und mit Gummistiefeln fällt einem das Klettern nicht besonders leicht. Für Nico aber kein Problem! Ein Naturbursche eben! So soll es auch sein! Keine Playstation, kein Fernseher! Die Natur bietet genug "Unterhaltung".









Wir nehmen auch noch Andenken an diese Tour mit. Für jeden ein T-Shirt mit Nationalpark-Logo und jede Menge Mückenstiche. Anfängerfehler! Wir hatten uns für der Tour nicht eingeschmiert. Mica erwischt es besonders schlimm. Sie hat ein Blutsauger unterhalb des rechten Auges gestochen, welches danach immer wieder anschwoll. Nach einige Stunden und jeder Menge Salbe, sieht es aber schon viel besser aus. Danach fahren wir in den nächsten Ort. Olshammar liegt ca. 15 Km entfernt und stinkt! Das muß an der Fabrik liegen, die sich in diesem kleinen Ort befindet. Leider gibt es dort nur einen kleinen Laden und keinen Geldautomaten. Also weiter ins noch mal 17 Km entfernte Askersund. Dort haben die meisten Geschäfte zwar wegen Midsommer geschlossen, aber zumindestens finden wir in dieser wunderschönen kleinen Stadt mit idyllischen Gassen einen Geldautomat. Nun aber schnell zurück. Um 16 Uhr wird der Midsommer Baum aufgestellt und dann von allen Leuten mit selbst gepflückten Blumen geschmückt. Danach wird zu schwedischer Volksmusik um den Baum getanzt. Eine lustige Sache. Dann kommt noch ein Bär, der wohl nicht zu Midsommer gehört und eher vom Campingplatz organisiert wurde. Er verschenkt Eis an alle Kinder. Wir lernen ein nettes deutsches Ehepaar aus der Nähe von Mainz kennen. Danni und Jörg haben auch 2 Kinder im selben Alter wie Nico und Felix. Sie wohnen in einem Ferienhaus in der Nähe und laden uns zum Abendbrot am Sonntag ein. Abends wird mit alten Kanonen Salut geschossen.




 

Am späten Abend gibt es noch Musik und Tanz am See. Auch vom Campingplatz organisiert. Dafür kostet die Übernachtung am Midsommer aber auch 20 SEK extra (ca. 22 Euro). Als wir uns sicher sein können, dass beide Kinder schlafen, schnappen wir uns Funk-Babyfon und machen uns auf dem Weg, runter zum See. Quer über den Campingplatz, vorbei an zahlreichen Dauercampern. Am Seeufer finden wir eine kleine gemütliche Holzveranda vor, auf der ein paar Kinder zu Livemusik tanzen. Die Schweden feiern wohl lieber allein im Zelt. Oder liegt es am leichten Nieselregen, dass die Tanzfläche fast leer ist? Ein schwedisches Pärchen sorgt für tolle Musik und super Stimmung. So schwingen auch wir zwischen den Kindern das Tanzbein. Ganz elegant in Gummistiefeln.

 



 


7.Tag 23.06.
Wieder frühstücken wir im Regen und fahren dann ins ca. 80 Km entfernte Ösbro. Der Regen wird immer schlimmer. Auf dem Weg fällt uns ein, dass ja Midsommer-Tag ist. Also ein Feiertag! Im Urlaub bekommt man Feiertage ja nicht so wirklich mit und oft wussten wir auch nicht einmal, welchen Wochentag wir haben. Durch den Feiertag ist das grosse Einkaufszentrum leider geschlossen, welches auch gleich neben einem Ikea steht. Schade! Ein Einkaufsbummel wäre jetzt genau das richtige, da heftigen Wassermassen vom Himmel fallen. Jedoch gibt es in der Nähe einen großen Supermarkt, der geöffnet hat. Dort können wir etwas shoppen und hoffen, dass das Wetter besser wird. Es ist ja wirklich sehr witzig, sich die verschiedenen Produkte anzuschauen. Oft wissen wir nicht, was wir da überhaupt in der Hand haben. Nach dem Bummel ist das Wetter leider nicht wirklich besser. Dies ändert sich aber schlagartig auf der Rücktour. Es wird trocken! Leider geht es Nico nicht besonders gut. Er übergibt sich im Auto und dann noch mal im Zelt, als wir wieder auf dem Campingplatz sind. Deshalb war er also in den letzten Tagen so anstrengend. Ihm steckte was in den Knochen. Also machen wir uns einen gemütlichen trockenen Nachmittag auf dem Zeltplatz und Nico schläft sehr viel. Das Wetter wird immer besser und auch Nico erholt sich schnell. Was so ein anständiger Schlaf doch bewirken kann. Wir machen einen netten Spaziergang zum See und innerhalb von Sekunden verschwinden die Wolken und die Sonne brennt auf uns hinab. Wo ist die Sonnencreme ? Diese schlagartige Wetterwechsel sind normal für Schweden. Der Campingplatzchef sagt uns, dass kaum jemand den Wetterbericht ernst nimmt, da er eh nie stimmt. Wir nutzen das gute Wetter und ziehen mit unserem Zelt 30 Meter weiter. Raus aus der Schlammgrube. Kaum steht das Zelt, gibt es wieder so einen rasanten Wetterwechsel. Diesmal zum negativen, wobei ein richtiges Gewitter im Zelt und recht nett ist und "negativ" eigentlich der falsche Ausdruck ist. Jedes Wetter hat seine besonderen Reize. 20 Minuten lang gibt es sintflutartigen Regen, der unsere ehemalige Schlafgrube zu einem kleinen See werden lässt. Gut, dass wir umgezogen sind, wobei unser Zelt auch in diesem See innen trocken geblieben wäre. Natürlich fährt man nur mit einem Zelt nach Skandinavien, auf das man sich hundertprozentig verlassen kann. Schließlich hätten wir auch 3 Wochen Regen haben können. Und wieder einmal, innerhalb von Minuten ändert sich das Wetter. Die Sonne strahlt auf uns herab, bis sie sich mit einem wunderschönen Sonnenuntergang verabschiedet.




8.Tag 24.06.
Bei tollem Wetter fahren wir zu einer wunderschönen Badestelle im Tiveden-Nationalpark. Feiner Sandstrand und mal wieder totale Einsamkeit. Danach geht es nach Karlsborg in die "Karlsborg Festung". Für geschichtlich interessierte vielleicht recht interessant, uns gefällt jedoch nur der kleine Wanderweg am Vättern mit dem romantischen Leuchtturm. Als wird zurück zum Platz kommen, erkennen wir diesen kaum wieder. Die zahllosen Midsommer-Touris sind verschwunden. Der Campingplatz wirkt fast wie ausgestorben. Wunderbar!
Abends sind wir dann bei Danni, Jörg und ihren beiden Mädchen aus der Nähe von Mainz zum Abendbrot eingeladen. Nico freut sich über jemanden zum spielen, der ihn auch versteht. Selma geht es wohl ebenso und Felix krabbelt mit Lotta um die Wette. Die 4 haben ein sehr gemütliches Ferienhaus nur 500 Meter vom Campingplatz entfernt gemietet. Bevor es ans Essen geht, müssen wir aber Danni und Jörg erst einmal Wikinger-Schach (Kubb) beibringen, welches bei den beidem im Haus lag. Sie wussten aber nicht so wirklich, was sie mit den Holzteilen anfangen sollten, obwohl überall in Schweden Kubb gespielt wird. Wir spielen mit ihnen eine Partie und schließen diese Wissenslücke. So möchten so ein Spiel auch für zu Hause haben. Bei uns kostet gibt es so ein Set aber erst ab etwa 25 Euro. Da wir ein paar Tage vorher in einem Discounter 4 Kubb-Spiele für je 99 SEK (ca. 11 Euro) erwerben konnten, verkaufen wir den beiden eines. Jörg will es am nächsten Tag bei uns abholen, weil sie danach gleich nach Hause fahren müssen. Nach einem leckeren, netten und gemütlichen Abend geht es über einen kleinen Waldweg zurück zum Campingplatz. Kurz vor dem Schlafen höre ich dann noch ein Elch ganz in der Nähe. Sofort gehe ich mit Fernglas und Fotoapparat auf die Pirsch. Leider sind Elche wohl wirklich so scheu, wie mir erzählt wurde. Ich erkenne zwar am Waldrand etwas braunes, das Fernglas zeigt mir aber leider nur ein Reh.



 



9.Tag 25.06.
Heute geht es wieder weiter. Jörg kommt noch schnell vorbei, um sein Wikinger-Schach abzuholen. Er nimmt uns für eine halbe Stunde Nico ab und geht mit ihm zur großen Freude von Selma und natürlich auch von Nico auf den Spielplatz. So können wir in aller Ruhe das Zelt abbauen und packen. Wir fahren weiter! Es geht einmal um die Spitze des Vättern nach Motala. Dort machen wir aber nur einen kleinen Spaziergang durch die Innenstadt. Motala ist uns zu laut und zu stressig. Auch hat die Stadt einen spürbar hohen schwedisch sprechenden Ausländeranteil. Das ist uns bisher noch in keiner schwedischen Stadt so aufgefallen. Wir fahren weiter Richtung Linköping, biegen dann aber nach Ljungsbro ab und fahren nördlich am Roxen entlang. In Skanvik finden wir den gleichnamigen Campingplatz, den wir uns für die nächsten Tage aussuchen. Er liegt direkt am Roxen und bietet uns uns neben einem perfekten Seeblick vom Zelt aus, einen nur wenige Schritte entfernten Sandstrand. Das Wasser hat überraschende 20 Grad. Leider weht, wie es bei so großen Seen wohl normal ist, wieder eine steife Briese. Auf dem Weg zu unserem Zeltplatz verfahre ich mich zwischen den ganzen Wohnwagen und muß ein Stück zurück setzen. Leider übersehe ich einen Graben und schon stecke ich fest. Beim Versuch da raus zu kommen, rutscht der Combo ganz zur Seite. Zum Glück sind die schwedischen Dauercamper sehr freundlich und schnell ist ein BMW (kein Volvo!) zur Stelle, der unser Auto ohne Probleme aus dieser mieseren Lage zieht. Ein laienhafter Blick unter den Wagen scheint uns zu bestätigen, dass nichts kaputt gegangen ist. Die Hilfsbereitschaft der Schweden belohne ich mit einer Flasche billigen Aldi-Whisky, der eigentlich als Bezahlung für einen Bauern dienen sollte, bei dem wir unter Umständen wild Zelten dürfen. Nun gut, jetzt hat der Whisky auch einen guten Sinn erfüllt und die Schweden sich sichtlich erfreut über diese hochprozentige Belohnung. Wenn ich sie in den nächsten Tage auf dem Campingplatz treffen, begrüssen sie mich besonders freundlich. Vielleicht bilde ich mir das nur ein, oder erhoffen sie sich vielleicht Nachschub? :-)

10.Tag 26.06.
Nach dem Frühstück geht es mal wieder zum "Windowshopping". Diesmal nach Linköping. Dabei entdecken wir auch einen Ikea. Danach geht es zum Göta-Kanal. Genauer gesagt zu einer Schleusentreppe im Ort "Berg". Den Rest des Nachmittags machen wir es uns am Sandstrand des Campingplatzes gemütlich. Nico gefielen besonders die schwingenden Stege, die weit in den See hinaus gehen. Wir haben heute einen heftigen Wellengang, so dass diese Stege ordentlich schaukeln. Nico spielt darauf "Boot fahren".










 


11.Tag 27.06.
Der prasselnde Regen auf dem Zelt lässt uns besonders lange schlafen. Erst gegen 10 Uhr sitzen wir vor dem Zelt unter dem Tarp beim Frühstück. Natürlich mit "Lattfil Jordgrubb". Das ist eine Art Erdbeerjoghurt. Nur flüssiger. Schmeckt aber nur gut, wenn man im Urlaub ist und auch dann nur ein paar Tage. Nach dem Frühstück fahren wir in östlicher Richtung am Roxen entlang und stellen fest, wie schnell sich in Schweden doch die Landschaft ändern kann. Eben noch reger Vorstadtverkehr zwischen Wiesen, fahren wir jetzt durch einsame dichte Mischwälder. Auf dem Weg sehen wir einen Wegweiser zum "Ekenäs Slot" (Schloss Ekenäs). Schlösser interessieren uns zwar nicht besonders, aber da sich etwas Kultur in diesem Tagebuch bestimmt recht gut macht, schauen wir dort einmal vorbei. Wir sind aber nicht besonders traurig, als wir feststellen müssen, dass das Schloss nur nur am Wochenende geöffnet hat und wir heute Montag haben. Aber einen netten Spaziergang können wir trotzdem machen. Wir fahren weiter zum Flugzeug-Museum in Linköping. Leider stellen wir erst direkt vor dem Gebäude fest, dass es ein Luftwaffen-Museum ist. Da wir auf Millitär keine grosse Lust haben, schauen wir uns nur das kostenlose Aussengelände an, auf dem Nico auch reichlich Möglichkleiten zum spielen kann. Die 40 SEK Eintritt pro Person (ca. 4 Euro) für 2 Hallen mit alten Militärflugzeugen sparen wir uns aber. Linköping scheint eh eine Flugzeugstadt zu sein. Nicht nur, dass es hier einen großen Flughafen gibt und überall an der E4 alte Flugzeuge aufgestellt sind, scheint die "Aircraft Industry" eine große Rolle zu spielen. Zu dem hat das Millität hier wohl auch eine Basis. Andauern fliegen uns Kampfjet´s und Militärhubschrauber über den Köpfen hinweg. Einige auch über den Campingplatz. Wir fahren dann wieder zum Platz zurück und stellen fest, dass dieser Tag viel zu schnell zu Ende ging. Naja, er fing ja auch spät an ;-) Vorher fahren wir natürlich noch mal schnell zum Einkaufen. Süssigkeiten! Schweden ist ein Süßigkeitenland! In jedem noch so kleinen Laden gibt es eine riesige Auswahl. Besonders nett sind die SB-Regale ( z.B. Karamellkungen), an denen man sich mit Hilfe kleiner Schaufeln und Papiertüten selbst bedienen kann. Bezahlt wird dann nach Gewicht der Tüte. In Deutschland findet man so etwas z.B. auf Flohmärkten. Was hier jedoch unverschämt teuer ist, ist in Schweden relativ günstig. Im Durschnitt kostet 100 Gramm nur 6,90 SEK (ca. 75 Cent). Wir fürchten uns vor dem Gang auf die heimische Waage... Abends geniessen wir dann unser 1. schwedisches Bier, wenn man dieses Zeug überhaupt "Bier" nennen darf. Es schmeckt nicht besonders und wir sind froh, dass die mitgebrachte Kiste Warsteiner und Reserven bietet.

 



 



12.Tag 28.06.
Heute müssen wir Wäsche waschen. Nico hat doch einen ziemlichen Verschleiß an Hosen. Das Trocken muß die Seeluft übernehmen, da der Campingplatztrockner nicht ganz in Ordnung ist. Er nimmt zwar Geld an, macht auch einige Zeit etwas, aber wirklich trocken werden die Sachen nicht. Danach fahren wir ins ca. 90 Km entfernte Arkösund an der Ostküste. Ein wunderschönes verschlafenes Nest, in dem ein paar Aufnahmen zu einem Inga Lindström Film gedreht wurden. Hier soll der Leuchtturm aus "Die Frau am Leuchtturm" stehen. Wir sehen zwar in der Ferne einen passenden Turm auf einer Insel, kommen jedoch leider nicht näher an ihn heran. Auf dem Rückweg machen wir dann noch eine Wanderung durch das "Naturreservat Svensksundsviken". Nicht besonders aufregend, aber nett. Leider ist der Weg schlecht beschildert. So finden wir den richtigen Weg erst, also Nico schon sehr müde ist. Aber uns kriechen wortwörtlich einige Schlangen über die Füsse. Überhaupt nicht scheu. Aber sogar wir als Laien erkennen sofort, dass es sich dabei um die ungefährliche Blindschleiche und nicht um die giftige Kreuzotter handelt. Letztere soll auch bei der kleinsten Erschütterung das Weite suchen und ist relativ selten anzutreffen. Zum Abendessen gehen wir in einen "Döner Imbiss" und essen Hamburger mit Pommes. Reichlich, lecker und nicht teurer als in Deutschland. Als wir wieder auf dem Platz sind, weht so ein starker Wind, dass wir uns entschließen, schon mal das Tarp abzubauen, bevor es eine Windböe macht. Danach bade ich mit Nico im warmen Roxen und buddel noch den halben Strand um.








13.Tag 29.06.
Der heftige Wind weht noch immer. Gut, dass wir das Tarp abgebaut haben. Die letzte Nacht hätte es mit Sicherheit nicht überlebt. Unser Zelt hatte schon ordentlich zu kämpfen. Zwar weckt uns strahlender Sonnenschein, der Sturm zwingt uns aber dazu, die Pullis anzuziehen. So nutze ich die tolle Brandung und gehe noch ein letztes Mal im Roxen baden. Ich fühle mich wie beim starken Wellengang in der Nordsee. Dann bauen wir das Zelt ab und fahren ins ca. 90 Km entfernte Vimmerby. Wir halten nach einer Hütte (Stugar) Ausschau, die von Privat vermietet wird, um einen Preisvergleich zu machen. Die Hütten auf den Campingplätzen sind viel zu teuer und lohnen sich nicht im Vergleich zu einem Zeltplatz. Aber aus Norwegen weiß ich, dass Hütten von Privat nicht nur viel gemütlicher, sondern auch viel viel günstiger sind. Wir werden aber leider nicht fündig und so zelten wir wieder auf einem Campingplatz. 2 Stück gibt es in/bei Vimmerby, wenn man den furchtbaren Platz direkt bei der "Astrid Lindgren Värld" mal übersieht. Der eine befindet sich direkt am Stadtrand und ist super modern. Wir entscheiden uns aber lieber für einen anderen, 3 KM ausserhalb gelegen. Die beiden Plätze sind zwar gerade mal 1 KM entfernt, unterscheiden sich aber wesentlich. Wir sind lieber auf dem kleinen einfachen Campingplatz "Nossenbaden" am See "Nossen". Beim Zeltaufbau merken wir leider, dass wir einige Plagegeister vom Roxen mitgebracht haben. An die 30 Ohrenkneifer müssen wir "aussiedeln". Dann machen wir erst einmal einen kleinen Bummel durch Vimmerby. Eine Kleinstadt mit lebhafter Innenstadt, die jedoch nur selten an Pippi Langstrumpf erinnert. Wobei das Vimmerby oft ihn ihren Geschichten und auch in den Filmen vorkam. Auch hier gibt es den Discounter ICA, den wir überwiegend nutzen. Ebenso finden wir hier zu unserer Freude einen "Netto", den man gut mit unserem "Aldi" vergleichen kann. Dort ist alles noch etwas günstiger. Bei ICA kaufen wir auch wieder Sirup. Saft kauft kaum jemand in Schweden. Man nimmt Leitungswasser und mischt es mit dem Sirup, den es nicht nur in zahlreichen Geschmacksrichtungen gibt, sondern der teilweise auch sehr kalorienarm ist. Da es Trinkwasser auf Campingplätzen kostenlos gibt, ist dieses "Mischen" eine günstiger Sache für uns. Auf dem Platz zurück inspizieren wir die sanitären Anlagen. Sie sind ok. Wir sind zwar besseres gewohnt, aber es ist sauber und die kleine Küche ist auch recht anständig. So sparen wir uns das "T-Röd" (Brennspiritus) für unseren Kocher.

14.Tag 30.06.
Wir fahren nach Vimmerby rein. Zum "Astrid Lindgren Näs", dem Geburtshaus von Astrid Lindgren. Dort befindet sich jetzt ein modernes Ausstellungsbegäude, direkt neben dem Elternhaus Lindgren´s, welches sehr liebevoll das Leben von Astrid Lindgren zeigt. Gleich daneben befindet sich das alte Pfarrhaus, welches auch eine Ausstellung präsentiert. Und direkt davor steht der Limonadenbaum, eine etwa 800 Jahre alte Eiche, die Vorlage für den Baum in den Pippi Langstrumpf Geschichten war. Gleich in der Nähe gibt es ein weiteres kleines altes Haus, in dem sich unter anderem ein kleiner Buchladen befindet. Hier kaufen wir beim Neffen von Astrid Lindgren die deutsche Ausgabe von "Ronja Räubertochter" natürlich mit Vimmerby-Stempel. Jetzt fragt man sich natürlich, warum der Neffe Lindgren´s es nötig hat, Bücher zu verkaufen. Die Sache erklärt sich, wenn man den Herren kennengelernt hat. Es ist ein älterer Herr, der einen sehr gebildeten Eindruck macht. Ich bin mir sicher, dass er die Bücher von Astrid nur aus Spaß an die Touristen verkauft. Zumal er auch mit jeden Touri einen netten Smalltalk hält. Natürlich immer in der jeweiligen Sprache. Sein Deutsch war perfekt! Die Villa Kunterbunt befindet sich nicht in Vimmerby, sondern auf der weit entfernten Insel "Götland", die wir auf dieser Reise jedoch nicht besuchen werden. Dann bummeln wir noch etwas durch das schöne Vimmerby und finden den Laden, in dem Pippi 18 Kilo Karamelbonbons und andere Süßigkeiten gekauft hat. Heute befindet sich dort so eine Art Drogerie b.z.w. Apotheke. Weil Nico es so gern möchte und es erfreulicher Weise nur 20 SEK (ca. 2 Euro) pro Person kostet, machen wir eine Stadtrundfahrt mit einer kleinen Bimmelbahn. Die Fahrt ist recht nett und dauert eine gute halbe Stunde. Weiter geht es zum See "Krön", wo wir uns einen Kanadier mieten. Auch dem Rückweg zum Platz entdecken wir ein "Stugar" Schild, welches auf die private Vermietung einer Hütte hinweist. Ebenfalls direkt am Nossen gelegen, quasi gegenüber dem Campingplatzes können wir eine einfache Behausung für 600 SEK (ca. 65 Euro) die Nacht bekommen. Wir lehnen irritiert ab und fahren mit der Erkenntnis zu unserem Zelt, dass es doch Schweden gibt, die den Touris das Geld aus der Tasche ziehen wollen. Zum Glück bleibt dieser Schwede die Ausnahme.



 



15.Tag 01.07.
Strahlender Sonnenschein weckt uns. Wir kaufen Brötchen nach schwedischer "Nimm mehr, bezahle weniger" Manier und fahren zu einem Highlight in unserem Urlaub. In die "Astrid Lindgren Värld" nach Vimmerby. Das Wetter wird immer besser. Fast Hochsommer! Die "Astrid Lindgren Värld" fällt uns bei der Ankunft erst einmal negativ auf. 20 SEK (ca. 2 Euro) sollen wir für das Parken bezahlen. Warum das? Wer besuchen doch den Park! Dann auch noch der relativ hohe Eintrittspreis. 240 SEK (ca. 26 Euro) für Erwachsene und 160 SEK (ca. 17 Euro) für Kinder ab 3 Jahren. Der erste Eindruck ist aber schnell verflogen! Der Park ist jeder Krone wert. Liebevoll sind die bekanntesten Geschichten von Astrid Lindgren, die übrigens in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden wäre, nachgestellt. Zu jeder Geschichte gibt es ein paar Häuser und jede Menge Schauspieler, die auch durch den Park laufen. Regelmäßig gibt es auf den verschiedenen Bühnen sehr gut gemachte Vorstellungen mit Musik und Tanz. Da erzählt Pippi zum Beispiel von Michels Abendteuer. Wobei Michel im Original ja Emil ist. Und Emil zeigt seine besten Missgeschicke dann auch gleich live auf der Bühne. Dazu werden die bekanntesten Lindgren Lieder gesungen. Ein tolles Erlebnis, auch wenn man kein schwedisch kann. Hier kann man sich ohne Probleme einen ganzen Tag aufhalten. Kein Wunder, dass es auch eine 2-Tages-Karte gibt. Uns reicht aber 1 Tag. Wenn wir das nächste Mal in Schweden sind, werden wir aber auf jeden Fall wieder in Vimmerby einen Stopp einlegen und dann 2 Tage im Park verbringen. Nico ist nach diesem einem Tag schon fix und fertig. Die "Astrid Lindgren Värld" ist ein absolutes Muss für alle Kinder und auch für die Erwachsenen, die die Geschichten von Astrid Lindgren mögen. Positiv ist auch noch zu erwähnen, dass Essen und Trinken im Park relativ günstig ist. Auf jeden Fall im Vergleich zu Deutschland.











16.Tag 02.07.
Heute fahren wir nach Gibberyd. Hört sich nicht besonders spannend an. Es liegt etwa 25 Km westlich von Vimmerby. Das macht es auch noch nicht wirklich interessant :-) Aber wenn ich jetzt noch erwähne, dass Mariannelund nur 10 Km entfernt liegt, gehen bei einigen vielleicht schon die Lichter an. In Gibberyd, einem Ort, der so klein ist, dass er nur auf regionalen Karten zu finden ist, befindet sich der Hof "Katthult", wo 1971 bis 1972 Emil i Löneberga b.z.w. unser Michel aus Löneberga gedreht wurde. Auf dem Weg dort hin machen wir in der Nähe vo S.Kvill halt. Dort befindet sich "Kvilleken". Die größte und älteste Eiche Europas. Das Alter sieht man der alten Dame aber auch an. Sie wurde schon einige Male geflickt. Nun aber zum Hof "Katthult". Er ist noch bewohnt und die Bewohner zeigen den Besuchern gern, wo Michel b.z.w. Emil gedreht wurde. Dafür verlangen sie 20 SEK (ca. 2 Euro), die man am Eingang in eine Holzbox werfen soll. In Deutschland würde diese Box wohl ziemlich leer bleiben. In Schweden belohnt man dieses Vertrauen mit Ehrlichkeit. Ich persönlich hätte keine Lust, Touris über mein Grundstück laufen zu lassen. Aber natürlich ist das auch eine nette Einnahmequelle und mit dem kleinen Andenkenshop, kann man auch ein paar Kronen verdienen. Wirklich ähnlich sieht der Hof dem TV-Katthult aber nicht. Im Fernsehen wirkt alles größer. Mit ein wenig Phantasie kann man sich aber gut vorstellen, wie Michel b.z.w. Emil aus dem Wohnhaus den kleinen Weg zur Pforte und dann in seinen Tischlerschuppen läuft. Der Tischlerschuppen selbst ist von Außen kein Foto wert. Ihn erkennt man überhaupt nicht wieder, obwohl er sich wahrscheinlich nicht verändert hat. Aber ohne Michel wirkt die Bude halt einfach nur normal. Von Innen sieht es aber ganz anders aus. Hier stimmt alles! Besonders die vielen Figuren Figuren erinnern an Michels Geschichten. Im Andenkenshop kaufen wir eine CD mit den Lindgren Kinderliedern, natürlich auf schwedisch, das passende Liederbuch mit Noten und einen Staubfänger als Andenken. Eine kleine Holzspardose, die das Klohäuschen von Katthult darstellen sollen, in dem Michel seinen Vater eingesperrt hat. Alles relativ günstig. In Deutschland wären solche Sachen viel teurer. Aber das hatten wir ja schon mal... Eine Michel "Mysse" (Mütze) für Nico kaufen wir dann doch nicht, obwohl wir das vorgehabt haben. Jedoch sieht er mit dem Teil super blöd aus. Und eine "Bysse" (Holzgewehr / Büchse) bekommt er auch nicht. Will er aber auch nicht. Die "Myssen" gibt es überall zu stark unterschiedlichen Preisen. Bei unserem Besuch waren die teuersten im Touribüro in Vimmerby und die billigsten im "Lilla Landet", unserem nächsten Stopp. Ein Preisvergleich kann sich also lohnen. Auch wenn es nur um ein paar Euro geht. Bei Södra-Vi, ca. 12 Km von Vimmerby entfernt befindet sich das "Lilla Landet" (kleines Land). Hier werden die Regionen von Schweden detailliert und sehr liebevoll an Hand von kleinen Gebäuden dargestellt. Finnland, Estland u.s.w. ist in Vorbereitung. Der Park ist wirklich sehr schön und es gibt viel auszuprobieren und zu spielen für die Kinder. Danach suchen wir in einem Outdoor-Shop nach einem neuen Campingkissen für mich, weil meines Luft verliert. Der Shop hat aber neben jeder Menge Angelzubehör nur ein ganz normales Campingkissen. Also muß ich weiter pusten. In Schweden haben die Ferien begonnen. Er wird spürbar voller auf dem Campingplatz. Immer wieder krabbeln und Ohrenkneifer über die Füsse. Wir müssen noch mehr Asybewerber vom Roxen mitgenommen haben, die sich nun fleißig vermehrt haben. Wir entschließen uns zu einer Großwaschaktion, als die Kinder schlafen. Alle Behälter, das ganze Besteck, Geschirr und alle Nahrungsmittel werden genau unter die Lupe genommen und ggf. gereinigt. Eine gute Entscheidung! Wir finden etliche Nester. Sogar die Kühlbox müssen wir halb auseinander schrauben. Jetzt sind wir 4 hoffentlich wieder allein.





17.Tag 03.07.
Es geht wieder weiter. Langsam Richtung Heimat. Aber wo ist die? Ich persönliche empfinde Deutschland immer weniger als Heimat. Nun ja, so soll es in einem schönen Urlaub wohl auch sein. Bei Älmhult haben wir uns einen günstigen Campingplatz ausgesucht. Wenn wir bis dahin keine private Hütte gefunden haben, bleiben wir dort. Hütten finden wir keine und kommen Mittags auf dem Campingplatz "Sjöstugans Camping" an. Da bekommen wir einen Schock. Fast nur deutsche Fahrzeuge auf dem Platz. Das gesamte Bundesgebiet scheint hier vertreten zu sein. Dann auch noch eine Deutsche an der Rezeption. Das drückt das Urlaubsfeeling ungemein. Der Platz ist sehr günstig und da wir heute Regenwetter haben und etwas faul geworden sind, möchten wir uns eine Hütte gönnen. Das 2 Personen Haus ist leider schon belegt. Die hätte aber gereicht. Felix hat eh sein eigenes Bett mit und Nico braucht nicht viel Platz. Nun müssen wir aber die 4 Personen Version nehmen und bezahlen dafür 375 SEK (ca. 41 Euro) die Nacht. Die Hütte ist nur von aussen schick. Innen ist sie ungemütlich eingerichtet und nicht verkleidet. Wir blicken auf rohe Pressholzwände. Der Campingplatz ist zwar recht nett am "Möckeln" gelegen, aber durch das viele Deutsch fühlen wir uns hier nicht wohl. Wir entscheiden uns, hier nicht die geplanten 2 Nächte zu verbringen, sondern morgen schon wieder weiter zu fahren. Im Campingplatzführer finden wir einen Platz, ca. 40 Km weiter südlich und reservieren uns dort telefonisch eine 2 Personen Hütte. Der Mensch an der Rezeption sprach kein deutsch. Das lässt hoffen. Aber diese ein Nacht bleiben wir nun hier. Erst einmal fahren wir in die Stadt. Noch ein paar frische Lebensmittel kaufen. Oh Schreck, das Logo kennen wir doch. Ein LIDL! Na gut, da kennen wir uns wenigstens aus und brauchen nicht lange suchen. Wir könnten uns in Deutschland befinden. Auf dem Parkplatz vor LIDL überwiegend deutsche Fahrzeuge. Der LIDL selbst in der 08/15 Bauweise, wie wir ihn von Deutschland her kennen. Innen wird es immer furchtbarer. Artikel häufig identisch mit dem deutschen Angebot. Deutsche Verpackung! Das Bezahlen gibt es den Rest. Die schwedische Kassiererin bedient uns auf perfektem deutsch. Aus Trotz sage ich "taxe mücke". Das bedeutet "vielen Dank" auch schwedisch. Nein, hier wollen wir nicht bleiben. Wir haben doch noch 2 Tage Urlaub! Auf dem Rückweg zum Platz sehen wir ein IKEA-Schild. IKEA? Hier in dieser Kleinstadt? Ungewöhnlich! Da fällt es uns aber wieder ein. In Älmhut hat IKEA ja seine Wurzeln. Hier wurde der erste IKEA-Markt eröffnet und hier befindet sich die Zentrale. Hier begann 1943 alles. Also hin! Es sind div. Gebäudekomplexe. Wie eine eigene kleine Stadt. IKEA Varhus, IKEA Distribution, IKEA Hotell, IKEA Restaurang, IKEA Testlab, IKEA Communications, IKEA Aktivitetshus, IKEA Fastigheter, IKEA Components u.s.w. Natürlich alles an der IKEA GATAN gelegen. Der eigentliche IKEA Mark, das IKEA Varhus ist klein und verschachtelt. Ganz anders als in Deutschland. Nur das Warenangebot ist natürlich identisch. Auch wenn umgerechnet IKEA Deutschland etwas günstiger ist. ENDLICH ist Deutschland mal günstiger. Natürlich gibt es auch ein IKEA Museum, was zwar kostenlos ist, aber auch nicht viel bietet. Das Wetter wird besser. Als die Kinder im Bett sind, machen wir es uns typisch deutsch mit Chips, Bier und einer Runde SIEDLER vor der Hütte bequem. Wir müssen uns ja anpassen. Man begrüßt uns mit moin, nabend oder tach. Wir antworten immer mit einem lockeren schwedischen "hey". Nico fühlt sich wohl auf der weichen Matratze nicht besonders wohl. Als wir in das Haus kommen, liegt er vor dem Bett auf dem Fußboden und schläft tief und fest.





18.Tag 04.07.
Wir fahren nach Hästveda (Nördlich von Hässleholm) wo wir die 2 Personen Hütte reserviert haben. Der Weg ist nicht weit. So haben wir genug Zeit für das BRIO Lekoseum in Osby. Ein kleines Spielzeugmuseum von BRIO, in dem Nico ordentlich spielen kann. Natürlich alles Holzspielzeug! Brio "Bröderna Ivarsson Osby" (Gebrüder Ivarsson Osby) hat seine Wurzeln in Osby. Der Eintritt von 50 SEK (ca. 5 Euro) für Erwachsene und 30 SEK (ca. 3 Euro) für Kinder ist ok. Danach fahren wir nach Hägghult bei Lönsboda. Dort gibt es die "Svarte Bergen", die schwarzen Berge von Hägghult. Ein alter Steinbruch, in dem 108 Jahre lang Diabas abgebaut wurde. Der Eintritt von 25 SEK (ca. 2,70 Euro) ist gerade noch ok. Die Gegend ist zwar schön und der Weg durch den Steinbruch ist ein netter Spaziergang, aber wirklich spannend oder interessant ist es hier nicht. Es gibt nur ein paar alte Häuser, Maschinen und jede Menge Diabassteine, die teilweise von Künstlern aus aller Welt und bizarren Steinhaufen zusammengestellt wurden. Nach dieser Ernüchterung fahren wir schnell zum Campingplatz "Luhrsjöbadens Camping" am See Luhrsjö. Dieser etwas außerhalb sehr ruhig gelegene Platz macht einen sehr guten Eindruck. Kein Vergleich zu unserem Quartier der letzten Nacht. Hätten wir das vorher gewusst, hätten wir erst hier Stopp gemacht und wären hier 2 Tage geblieben. Ein kleiner hübscher Platz mit Badestrand und tollem Spielplatz. Hier spricht der eine Angestellte auch kein deutsch und es gibt ausser uns noch noch 2 weitere deutsche Touris auf dem Platz. Sonst nur lauter Schweden! Ein toller Urlaubsabschluss für unsere letzte Nacht. Die 2 Personen Hütte kostet 240 SEK (ca. 26 Euro) und bietet genug Platz. Dazu ist sie auch noch sehr gemütlich eingerichtet und mit Holz verkleidet. Kein Vergleich zu unserer letzten Hütte. Wir machen Kassensturz! 34 SEK (ca. 3,70 Euro) Bargeld haben wir noch. Also ab zum Strandkiosk. Für das Geld bekommen wir genau 3 Eis. Passt perfekt! Wir genießen den schönen Sonnenuntergang bei bestem Wetter vor der Hütte und lassen den Urlaub noch mal Revue passieren.



19.Tag 05.07.
Im strömenden Regen fahren wir Richtung Heimat. In Hässleholm wollen wir noch in die "Tykarpsgrotten" (Fledermausgrotte). Leider haben wir ja aber keine schwedische Kronen Bargeld mehr. Unsere paar "Einkaufswagen-Euros" reichen leider nicht, um die 60 SEK (ca. 6,50 Euro) Eintritt zu bezahlen und Kreditkarte wieder nicht akzeptiert, was sehr seltsam ist. Bisher wurde in jedem noch so kleinen Laden unsere Mastercard angenommen. Der schlechte Eindruck der Anlage bringt uns auch nicht dazu, einen Geldautomaten zu suchen. Also fahren wir weiter. Zurück möchten wir über die Öresundbrücke. Also los nach Malmö. Die Überfahrt über die Brücke nach Kopenhagen kostet uns 245 DKK (ca. 33 Euro). Die Brücke gehört ja Dänemark. Deshalb zahlen wir in dänischen Kronen, b.z.w. wird uns DKK von der Kreditkarte abgezogen. Weiter in strömenden Regen, der uns die Überfahrt über die Brücke leider Langweilig werden lässt. Keine Spur von schöner Aussicht. Der Regen begleitet uns auch noch die 2 Stunden Fahrt durch Dänemark bis nach Rødby. Um 15 Uhr kommen wir an der Fähre an, die uns 420 DKK (ca. 56 Euro) kostet und uns nach Puttgarden bringen soll. Ein Kombiticket konnten wir uns leider an der Brücke nicht kaufen, da wir am Kreditkartenschalter standen und das Kombiticket nur manuellen Schalter erwerbbar ist. Nun stehen wir also ca. 15 Minuten in der Schlange vor dem Kassenhäuschen. Dann stehen wir noch mal 90 Minuten vor dem Anleger und müssen 2 Fähren abwarten, bis endlich Platz für uns ist. Die Zeit geht aber relativ schnell vorbei. Zum Abschluss in Deutschland bieten wir Nico noch etwas ganz besonderes. Einen Besuch bei McDonalds :-) Wir nutzen die 1 Euro Aktion um uns satt zu essen und Nico isst etwas vorsichtig seinen ersten McDonalds Hamburger.



 

Fazit:
Ein schöner Urlaub. Wir haben uns die richtigen Regionen ausgesucht um Schweden kennen zu lernen. Jedoch war es mir persönlich dann doch nicht zu einsam genug. Gerade die Tatsache, dass wir wegen dem dichten Wald nur einmal wild Zelten konnten, finde ich sehr schade. Im nächsten Jahr wollen wir dann weiter in den Norden fahren. Dort ist es noch einsamer und wir hoffen, dort mehr Gelegenheit zu haben, unsere Lager in der freien Natur aufschlagen zu können. Bis dahin haben wir jedoch ein neues besseres Zelt, was wiederum noch größer sein wird. Z.b. haben wir dann eine getrennte Schlafkammer für die Kinder. Das macht die Suche nach einem geeignetem Platz nicht einfacher. Jedoch werden die Kinder auch älter und wir brauchen dann nicht mehr ganz so viele Sachen mitnehmen. Z.b. kann dann der großer Kinderwagen zu Hause bleiben. Wir spielen aber noch mit dem Gedanken für den Urlaub so eine Art Zelt auf Anhänger zu kaufen/mieten. Es soll einfache Anhänger geben, auf denen man ein Zelt aufklappen kann. Das wäre ideal. Wir brauchen ja nur 4 Schlafplätze, mehr nicht. Mit so einem Anhänger könnten wir dann einfach auf einsamen Waldwegen oder am Waldrand auf einsamen Parkplätzen unser Lager aufschlagen, was mit einem Zelt natürlich nicht möglich ist. Ein Wohnmobil oder ein Wohnwagen ist uns zu teuer und beinhaltet auch zuviel "Luxus". Wenn Wohnmobil, dass nur ein einfacher VW-Bus oder ähnliches. Die haben wir bisher aber auch nur mit div. Schnick-Schnack gesehen und dann kostet so ein Teil wieder richtig Geld. Trotz neuem großen Superzelt wollen wir weiterhin mit möglichst wenig Sachen auskommen und auch weiterhin dem Grundprinzip des Zelten nachgehen. Auf Strom, TV, Kühlschrank u.s.w. können wir ohne Probleme verzichten. Das ist also unser Ziel für Schweden 2008. Auf jeden Fall hat das Land einen positiven Eindruck auf uns hinterlassen. Die Menschen waren offen und freundlich. Sie haben sich immer sehr gefreut, wenn wir versucht habe, ihre Sprache zu sprechen. Auch finden wir das Land preisgünstig und familienfreundlich.

 



Alle Angaben ohne Gewähr und Stand "Juni/Juli 2007".
Diese Seite gibt nur meine persönliche Meinung und mein persönliches Empfinden wieder.



 


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