Schweden 2008
16 Tage mit dem Zelt durch Südschweden
4.Juni - 20.Juni 2008

Gefahrene Kilometer: 2900



Dies ist in etwa unsere Reiseroute. Klickt auf das Bild für weitere Details.




 

Urlaubsvorbereitung:
Es war für uns eigentlich recht klar, dass es für uns wieder nach Schweden geht. Im letztem Jahr haben wir uns ja schon in den südlichen Teil dieses Landes verliebt und diesmal wollten wir weiter hoch in den Norden. Weg von den Touristen und rein in die Wildnis. "Eigentlich" wollten wir auch möglichst oft in der Einsamkeit wild zelten.

Leider kam etwas dazwischen. Aus gesundheitlichen Gründen war es in diesem Jahr für mich "leider" wichtig, dass ich in der Zivilisation bleibe und immer weiß, wo ich mich genau befinde, damit die ärztliche Versorgung innerhalb kürzester Zeit gesichert ist. Zum Glück ist dies nur eine kurzfristige Situation. Also wollten wir in diesem Jahr wieder in Süd- und Mittelschweden bleiben und immer auf Campingplätzen übernachten. Da wir aber unbedingt den Entstehungsort des Dalarna-Pferdes besuchen wollten, planten wir eine Reise, die noch einige KM weiter in den Norden gehen soll. Bis zum Siljan-See. Ansonsten gehörte bei der Planung die "Astrid Lindgren Welt" im Vimmerby zum Pflichtprogramm und der Tiveden Nationalpark. Da wir mittlerweile ein neues Zelt haben, welches ziemlich groß ist, wollten wir das Zelt auch nicht so oft auf- und abbauen. Wir planten also 3 Campingplätze anzusteuern und entsprechend lange dort zu bleiben. Da wir doch einige KM "reißen" müssen, wollten wir auf der Hin- und Rückfahrt wieder Nachts unterwegs sein, damit die Kinder die Autobahnen verschlafen. In diesem Jahr nahmen wir auch die Fahrräder, den Fahrradanhänger und das Kajak mit. Diese "Geräte" beeinflussten natürlich unsere Planung. Campingplätze am Wasser wurden also auf jeden Fall bevorzugt.


Anfahrt / Rückreise / Reiseweg:
Für die Anreise und den Rückweg wählten wir die Vogelfluglinie. Also die Fähren!
Der Weg über die Brücke hat keine Nachteile, aber auch keine großen Vorteile. Geschmackssache. Die Variante über die Brücke ist etwas teurer und ist bei gutem Wetter vielleicht netter, wegen dem Ausblick. Auch fährt man etwas weniger durch Dänemark und dafür mehr durch Schweden. Aber die beiden Fähren bieten eine gute Abwechslung zu einer Pause und die Kinder finden es auch spannender. Durch das Kajak haben wir wohl eine Höhe überschritten, die einen Aufpreis von 2 Euro bedeutete. Auf dem Hinweg haben wir 92 Euro und auf dem Rückweg (Inkl. Saisonzuschlag) 101,55 Euro (955 SEK) bezahlt. Die beiden Fähren fahren 45 b.z.w. 20 Minuten.


Tanken:
Die meisten Tankstellen haben nur E85 (Ethanol), Diesel und Benzin mit 95 Oktan, was unserem Super entspricht. Normalbenzin mit 91 Oktan habe ich nicht entdecken können. An einigen Stadttankstellen gibt es aber auch noch Benzin mit 98 Oktan, was unserem Super-Plus entspricht. Das Tankstellennetz in Südschweden ist ausreichend. Selbst in abgelegenen Gebieten sollte die normale Reserve genügen, im Umkreis von 30 bis 50 KM findet man auf jeden Fall eine Tankstelle. Öffnungszeiten sind nicht wichtig, da es sich meistens eh um Automaten-Tankstellen handelt, wo man mit Kreditkarte bezahlt. Bei unserem Urlaub kostet der Liter Benzin (Super) im Durchschnitt 13,60 SEK (ca. 1,44 Euro) Zum Vergleich: Zur selben Zeit kostete der Liter Super in Deutschland rund 1,48 Euro.

Unterkunft:
Die Vorhaben mit dem wild Zelten in der Einsamkeit mussten wir ja leider wegen der oben genannten Gründen auf Eis legen. Im Vorfeld haben wir aber nur den Campingplatz in Vimmerby fest eingeplant. Den kannten wir ja schon vom letzen Jahr und dort wollten wir ja auch 2 Tage in die Astrid Lindgren Welt. Die anderen beiden Plätzen hielten wir uns offen. Zwar hatten wir eine Übersicht aller SCR-Plätze dabei und dort einige ins Auge genommen, jedoch erst vor Ort entschieden, welcher Platz der richtige ist. Je einfacher, umso besser! Möglichst Naturnah, möglichst klein. Viele Sterne brauchen wir nicht. Eine Küche und eine Waschmaschine wären zwar nett, jedoch verfügen fast alle Plätze über diesen "Luxus". Ansonsten haben wir noch auf günstige Preise geachtet und dass die Duschen inkl. sind. Nichts ist nerviger, als mit Kleingeld duschen zu gehen

Folgende Campingplätze haben wir während unserer Reise besucht:
Vimmerby Camping Nossenbaden in Vimmerby. 3 Km außerhalb gelegen.
http://www.nossen.nu
 
Husabergsudde Camping bei Askersund. Direkt am großen See Alsen, der zum Vättern gehört. Fahrradweg direkt vom Platz ins 2 KM entfernte Askersund. Außerdem ein beliebter Platz für Radfahrer der "Runt Vättern" Tour.
http://www.husabergsudde.se

Sifferbo Camping in Sifferbo bei Gagnef. Sehr kleiner und einfacher, aber netter und familiärer Platz am breitem Dalälven.
http://www.camperado.de/de/campingdetails/Sifferbo_Camping__14657


Preise:
Schweden ist nicht so teuer, wie man es immer wieder hört. Wer auf viel Fleisch und auf hochprozentigen Alkohol verzichten kann, der wird in Schweden für Nahrungsmittel nicht viel mehr bezahlen als in Deutschland. Ganz im Gegenteil! Milchprodukte, Süßigkeiten, Obst, Gemüse und natürlich Fisch sind teilweise viel günstiger als in der Heimat. Wie bei uns kommt es aber auch darauf an, wo man einkauft. In jedem größeren Ort gibt es ICA, der relativ günstig ist. Wenn man Glück hat findet man auch richtige Discounter wie "Netto" (ähnlich unserem Aldi) oder Coop. Da zahlt man für die normalen Lebensmittel dann wirklich nicht mehr als in Deutschland. In Schweden ist auch das Prinzip "Nimm mehr, zahle weniger" weit verbreitet. So ist es oft günstiger, einfach etwas auf Vorrat zu kaufen. Essen gehen ist auch nicht viel teurer. Zumindest in den "normalen" Restaurants nicht. In Imbissen haben wir sogar weniger für den Hamburger und die Pommes bezahlt, als wir es hier in Deutschland hätten tun müssen. Und dann gibt es ja doch den "Dagens-Lunch". Ein sehr preiswerter Mittagstisch. Was gerade für Familien besonders erfreulich ist, ist die Tatsache, dass diese ganzen Tourigeschichten im Verhältnis zu Deutschland wirklich günstig sind. Museen, Parks, Stadtrundfahrten u.s.w. kosten teilweise wirklich nur ein paar Euro. Auch ist die Verpflegung in diesen Anlagen teilweise nicht teurer als in der Stadt. Die Preise auf den Campingplätzen sind stark unterschiedlich. Für einen Zeltplatz haben wir im Durchschnitt 110 SEK (ca. 12 Euro) pro Nacht bezahlt. Für Hütten muss man gewöhnlich min. 300 SEK (ca. 32 Euro) rechnen. Und das sind dann schon günstige 2 Personen Hütten. Für eine 4 Personen Hütte zahlt man auf einem normalen Platz locker 400 SEK ( ca. 44 Euro) und mehr. Es KANN sich lohnen, nach privater Hüttenvermietung Ausschau zu halten. Zu erkennen an den "Stugar" Schildern am Straßenrand.

Wetter:
Ist das Wetter nicht eigentlich unwichtig? Na ja, nicht ganz. Aber wer nach Skandinavien fährt, plant keine 2 Wochen Sonnenschein und 30 Grad ein. So hatten auch wir gute Regenkleidung mit, die wir jedoch nur am letzten Tag wirklich gebraucht haben. Dafür hatten wir jede Menge "Hochsommer-Tage". Um die 27 Grad. Unerträglich. Zum Glück waren es nur 3 oder 4 Tage. Dann pendelten sich die Temperaturen bei angenehmen 18-22 Grad ein. Das Wetter ist aber auch sehr wechselhaft. Sieht man eine dicke Regenwolke, kann sie in 2 Minuten schon verschwunden sein. Wenn es regnet, dann meistens nur wenige Minuten und dann ist die Sonne wieder am Himmel. Die Wassertemperaturen der von uns besuchten Seen lagen bei erfreulichen 20 bis 23 Grad. Die meisten Seen in Schweden sind sehr eisenhaltig, wodurch das Wasser nicht nur braun ist, sondern auch schneller warm wird.

Reisezeit:
Wir sind ja nun Mitte Juni gefahren. Nicht weil wir es unbedingt wollten, sondern weil es beruflich einfach nicht anders möglich war. Die beste Reisezeit für Schweden soll ja Juli / August sein. Dazu kann ich nicht viel sagen. Die ganzen Parks, Straßen und Campingplätze werden dann auf jeden Fall viel voller sein. Wir hatten immer das Gefühl, dass wir quasi vor der Saison durch das Land fahren, was recht angenehm war.

Reisekosten:
Insgesamt für 17 Tage: 1700,-.
Davon Tanken: 340 Euro, Übernachtung: 186,-, Fähren/Brücke: 195,-
Der Rest teilt sich dann in Nahrungsmittel, Eintrittsgelder u.s.w. auf.
Günstiger kann eine Familie keinen tollen Natur-Urlaub machen :-)



Tagebuch


1.Tag 4/5.Juni
Um 19.15 Uhr geht es in Hamburg los! Nach 11 Stunden und fast 700 Km erreichen wir gegen 6 Uhr Vimmerby. Die Nachtfahrt hat sich gelohnt. Die Kinder haben gut geschlafen und wir konnten entspannt fahren. In Vimmerby entscheiden wir uns wie im letzten Jahr gegen den Schnickschnack Campingplatz in der Stadt und fahren wieder zum 4 Km entfernten "Nossenbaden Camping". Da die Rezeption noch geschlossen hat, fahren wir erst einmal in die Stadt. Leider schläft aber auch Vimmerby noch. Also bauen wir schon mal das Zelt auf und melden uns später an. Diesmal zelten wir direkt am See, den wir nach einem kleinen Einkaufsbummel ordentlich testen. Die Nacht lag bei 2-4 Grad. Der Tag wird schnell heiß. Der See (Nossen) bietet die perfekte Abkühlung. Auch das Kajak kommt zum Einsatz. Der Versuch, in der Mittagspause den Schlaf nachzuholen, schlägt fehl. Zu groß ist die Hitze. Also vergnügen wir uns mit dem kalten Nass und am Abend drehen wir noch eine kleine Runde mit den Rädern.








 


2.Tag  6.Juni
Schwedischer Nationalfeiertag. Heute ging es in die Astrid Lindgren Welt. Diesmal kauften wir uns gleich ein 2 Tagesticket (1020 SEK / ca. 108 Euro). Da wir im letzten Jahr mit einem Tag viel zu wenig Zeit für dieses tolle Erlebnis hatten. Auch fuhren wir dieses Jahr mit dem Rad. Sind nur etwa 6 Km pro Weg. Nicht einfach mit dem Rad zu einem Park zu kommen, der nur für Autofahrer gebaut wurde. Die Zufahrtsstrasse hatte nicht einmal einen Gehweg, geschweige denn einen Radweg und Fahrradständer gab es auch nicht. Dafür hatten wir am Abend ein Dankesschreiben am Rad. Die Nachmittage / Abende werden immer lauter. Der Campingplatz bietet ja auch eine Badestelle an. Es soll die schönste der Region sein. Sehr viele Badegäste, entsprechend sehen dann leider auch die sanitären Einrichtungen aus. Am späten Abend mache ich dann noch eine Kajak-Tour auf dem Nossen. Ein herrlicher Sommerabend. Schnell ist die laute Badestelle verschwunden und Natur pur macht sich breit. Ein kleines Stück werde ich sogar von einem Fuchs am Ufer begleitet. Ein tolles Erlebnis für einen Stadtmenschen!







Ups.... und schon ging der Felix baden

 



3.Tag 7.Juni
Tag 2 in der Astrid Lindgren Welt. Wieder ein heißer Sommertag. Zum Tagesende noch eine Runde Anno 1503 vor dem Zelt b.z.w. im Zelt, weil wir vor fliegenden Monstern flüchten müssen. Sie haben zwar nicht gestochen, waren aber trotzdem sehr nervig. Gut, dass wir das große Zelt haben.





4.Tag 8.Juni
Kleiner Einkaufsbummel, bei dem wir endlich wieder diese furchtbaren SB-Bonbon-Stände probieren, die es in fast jedem Lebensmittelgeschäft gibt. Dann geht es nach Katthult (Gibberyd), wo Michel (Emil) gedreht wurde. Auf dem Rückweg schauen wir noch kurz bei den "Kindern aus Bullerbü" vorbei, bevor wir durch Zufall eine wunderschöne Badestelle an einem einsamen See finden. Am Nachmittag entspannen wir noch auf dem Platz und Mica macht eine Kajak-Tour. Es ziehen Wolken auf und wir hoffen, dass die Hitzewelle nun bald vorbei ist. Es darf auch ruhig mal ein wenig regnen.






 
Unser Kühlschrank ;-)

 



5.Tag 9.Juni
Wir bauen ab und fahren weiter nach Norden. Bei Askersund finden wir einen netten Platz direkt am Alsen, welcher zum Vättern gehört. Vom Platz führt ein kleiner Wanderweg direkt ins 2 Km entfernte Askersund. Das spart Benzin. Als das Zelt aufgebaut war, machten wir auch gleich eine Radtour  zum shoppen und Abendbrot essen. Es ging in einen kleinen Imbiss. Gr. Hamburger mit Pommes für 60 SEK, rund 6,38 Euro. Deutsche Preise. Am großen See ist es immer recht windig. Das haben wir schon im letzten Jahr festgestellt. Gut gegen die Hitze. Wieder einmal steht das Zelt direkt am See. Sehr gute Bademöglichkeit im warmen Alsen.

 

  



6.Tag 10.Juni
Die Nacht war laut und unruhig. Ein Sturm ist aufgezogen und schüttelte das Zelt ordentlich durch. Am Morgen mussten wir erst mal alles viel besser abspannen. Danach fahren wir nach Örebro zu Ikea und hinterher gehen wir in der City / in der Einkaufsmeile spazieren. Dann geht es zurück nach Askersund ins Touribüro, um uns über die Aktivitätsmöglichkeiten in diesem Gebiet zu informieren. Auf dem Rückweg zum Platz merken wir schon, dass der Sturm zugenommen hat. Entsprechend finden wir unser Zelt vor. Schnell versuchen wir das Zelt aus dem Sturm zu drehen und ihm damit weniger Angriffsfläche zu bieten. Leider ohne Erfolg. Das große Familienzelt hat einfach eine zu große Fläche. Da haben die Sturmböen leichtes Spiel. Das Haus des Campingplatz-Besitzers ist nur kurz einem Totalschaden entgangen, als ein großer Baum den Kampf gegen den Sturm verloren hat. Wir ziehen mit dem Zelt ein paar Meter weiter zum Wasser, wo wir etwas mehr Schutz vor dem Wind haben. Wir hoffen, dass der Wind nicht dreht und der Campingplatz-Chef recht hat. Er sagte uns, dass das schlimmste vorbei wäre und es jetzt wieder besser werden soll. Unser Zelt sieht ziemlich mitgenommen aus. Zum Glück haben wir auf Qualität geachtet. So ist nichts gerissen oder gebrochen. Nur die Stangen sind etwas verbogen. Da holen wir uns nach dem Urlaub einfach neue oder versuchen sie selbst wieder in Form zu bringen. Leider hat sich bei dem Sturm unsere neue teure faltbare Abwaschschüssel verabschiedet. Was für ein Verlust! Wir vermuten sie im Schilf. Ich will mit dem Kajak nach ihr suchen und beim Einsteigen, bei der Paddelbrücke, bricht unser altes Holzpaddel... was für ein Tag. Morgen müssen wir uns erst einmal Material besorgen, um es wieder zu flicken. Nach so einem Tag können wir nur mit den Kindern früh zu Bett gehen und auf eine sturmfreie Nacht hoffen.





7.Tag 11.Juni
Die Nacht war ruhig. Der Sturm hat abgenommen und der Tag verspricht wunderschön zu werden. Wir werfen die Waschmaschine (Pro Maschine 25 SEK / ca. 2,65 Euro) an und fahren mit dem Rad nach Askersund, um Material für die Paddelreparatur zu besorgen. Nach 3 Geschäften haben wir alles zusammen. Schrauben, Gewebeband und Schlauchschellen. Besonders diese Schellen waren lustig zu besorgen. Wir haben die Wörter aus dem Schwedisch-Wörterbuch gesucht. Aber Schelle bedeutet im schwedischen was anderes als bei uns. Letztendlich sind wir dann auf "Schlauchklemme" = Släng Klamma gekommen. Dann beobachten wir auf dem Marktplatz ein paar Traktoren, die mit geschmückten Anhängern ihre Runden drehen, auf denen Teenies in schicken Klamotten ein paar Lieder trällern. Da es sich um verschiedenen Schulklassen handelt, tippen wir auf so eine Art Abi- oder Abschlussfeier. Wieder auf dem Platz reparieren wir das Paddel und machen gleich eine Probefahrt in den Hafen von Askersund. Das Paddel sollte bis Urlaubende gute Dienste leisten können. Nur auf die Paddelbrücke müssen wir verzichten. Da es noch hin und wieder einige Windböen gibt und der Alsen recht rau ist, möchte ich Nico nicht ohne Schwimmweste mit ins Boot nehmen. Also leihen wir uns auf dem Campingplatz Schwimmwesten aus und müssen dafür nicht einmal etwas bezahlen! Toller Service! Auch als wir nach dem Wäschewaschen erzählten, dass wir nur eine Maschine bezahlt haben, jedoch 2 Waschmaschinen und 2 Trockner verwendet haben, wollte man keine Nachzahlung von uns haben. Das ist natürlicher super!





 



8.Tag 12.Juni
Endlich ist es kühler geworden und wir können auch anstrengende Aktivitäten unternehmen. Zuerst geht es mit dem Rad zum Slott Stjernsund. Es ist zwar nur 4 Km entfernt, die es aber in sich haben. Unglaublich, wie viele Berge auf dieser schmalen Schotterpiste "eingebaut" wurden. Die reinste Berg- und Talfahrt. Und das mit Anhänger... Dieser ist auch Schuld, dass wir teilweise bergauf schieben müssen. Als wir wieder zurück auf dem Platz sind, machen Nico und ich eine Kajaktour. Es geht zu einer kleinen Insel im Alsen, auf der die Natur noch die Oberhand an. Aus diesem Grund legen wir natürlich auch nicht an. Danach geht es mit dem Rad nach Askersund. Eigentlich wollten wir mit dem Ausflugsdampfer "Wettervik" eine Tour machen, doch bis Ende Juni kann man ihn nur für Gruppenfahrten buchen. Also lassen wir die Räder stehen und spazieren den Nachmittag durch diese wunderschöne kleine Stadt. Auch den Minizoo besuchen wir, der seinen Namen alle Ehre macht. Ein paar Schafe, Enten und ein Kaninchen, dafür aber natürlich freier Eintritt und der "Zoo" liegt abseits in toller Umgebung. Wir durchsuchen dann noch einen Handwerksladen und ein Antikgeschäft nach schwedischer Deko. Besonders nach einem typischen Briefkasten halten wir Ausschau. Außer ein paar Kleinigkeiten finden wir jedoch nichts. Heute morgen war es noch recht leer auf dem Campingplatz. Die vielen Radfahrer, die die Tour "runt vättern" machen, blieben nur eine Nacht. Doch am Nachmittag wird es wieder voller. Morgen startet ein Jazzfestival in Askersund und der Campingplatz soll ausgebucht sein.










9.Tag 13.Juni
Eigentlich wollten wir heute in ein Bergbaumuseum fahren. Da wir aber erfahren haben, dass es wie viele Touristenattraktionen erst Ende Juni öffnet, fahren wir in den Tiveden Nationalpark, den wir vom letzten Jahr schon kennen. Wegen den Kindern entscheiden wir uns auch dieses Jahr wieder für die kleine Tour von ca. 2,2 Km, für die wir jedoch rund 3 Std. brauchen. Es ist ja auch eher eine Klettertour, teilweise an gefährlich steilen Schluchten vorbei. Wir sind wieder fasziniert von der unberührten Natur und der Einsamkeit. Dort lief uns auch eine giftige Kreuzotter über den Weg. Zum Glück war sie mehr erschrocken als wir und schnell wieder verschwunden. Waren wir im letzten Jahr von Nicos Durchhaltevermögen beim Wandern erstaunt, ist Felix diesmal die große Überraschung. Gerade mal eine halbe Stunde hat er es in der Rückentrage ausgehalten. Von da an lief und kletterte er fast allein und das mit noch nicht einmal 2 Jahren. Was diese Natur doch für Energie hervorrufen kann. Am Nachmittag waren wir dann noch in Askersund zum Jazzfestival. Wir haben uns aber nur die Parade angesehen, da Jazz nicht so unser Geschmack ist. Der Altersdurchschnitt der Besucher lag bei weit über 50. Wir haben dann kurzerhand entschlossen, dass wir hier alle Möglichkeiten abgegrast haben und nun doch schon morgen zum Siljan-See aufbrechen wollen.















So etwas möchte ich auch haben!
Perfekt für 2 Personen!

 



10. Tag 14.Juni
Wir machen uns auf den Weg Richtung Norden. Unterwegs schauen wir noch nach "Loppis" (Trödel). Solche Geschäfte, die sich auch gern mal Antik nennen, findet man ständig an den großen Strassen. Wir sind auf der Suche nach schwedischer Deko für unser neues Wohnzimmer und weiterhin suchen wir einen typisch urigen Briefkasten. Wir finden jedoch nur ein Schild mit einem schwedischen Spruch für das Klo und 2 Dinos für die Kinder. Die Preise sind sehr niedrig. Hätten wir mehr Platz, hätte ich für rund 20 Euro ein altes Spinnrad mitgenommen. Je weiter wir nach Norden kommen, umso mehr verändert sich Schweden. Die Natur wird typischer. Viel mehr Einsamkeit zwischen den Dörfern. Endlose dichte Wälder. Ich habe das Gefühl, dass wir erst jetzt wirklich in Schweden sind. Zum Mittag gibt es beim Türen 2 Kebapteller und 2 Hamburger mit Pommes. Inkl. Getränke rund 27 Euro. "Dagens Lunch" Mittagstisch. Deutsche Preise. Schweden hat sich aber nicht nur zum positiven verändert. Auffallend sind die Städte. Ohne schwedischen Charme und ohne Holzhäuser, sind die meisten einfache Arbeitersiedlungen mit öden Fassaden. Der Bergbau hatte hier die Macht. Besonders Borlänge macht auf uns eher den Eindruck einer russischen Arbeiterstadt. Auch aus diesen Grund nehmen wir nicht den stadtnahen Campingplatz, sondern fahren ins ca. 15 KM entfernte "Sifferbo", wo wir einen kleinen einfachen , aber gemütlichen Campingplatz finden. Direkt am "Dalälven" gelegen, mit einer Anlegestelle. Dieser große Fluss mit sehr wenig Strömung ist beliebt bei Paddlern und Anglern. Das Wetter ist auch nordischer geworden. 11 Grad und einen Regenschauer am Abend. Der 1.Regen nach 10 Tagen! Es war eine gute Entscheidung, schon früher hierher zu fahren. Die Region "Dalarna" ist ein Mekka für Naturliebhaber. Zahlreiche Rad- und Wanderwege laden zu stundenlangen Expeditionen ein. Hier in den Wäldern soll es auch Wölfe und Braunbären geben. Die Spuren findet man öfters, die Tiere selbst aber nur sehr sehr selten, wie uns das Touribüro verrät. Wir sind beruhigt. Und reicht schon ein Elch. Auf einen Wolf oder gar einen Bären können wir gut verzichten. Hier haben wir die nächsten Tage auf jeden Fall genug zu tun.



11.Tag 15.Juni
Regen und Hagel am Vorabend. Morgens Hitze. Nico´s 4.Geburtstag. Nach der kleinen Feier geht es in die Bergbaustadt Falun (Welterbe). Dort gibt es eine der ältestes und größten Kupferminen der Welt. Bis 1992 wurde hier Kupfer und auch Gold abgebaut. Auf die "Underground-Tour" darf Felix aus Sicherheitsgründen leider nicht mit. Also mache ich sie mit Nico allein und nächste Woche darf er noch einmal mit Mama "unter Tage". Die Tour dauert ca. 1 Stunde und zu bestimmten Zeiten kann man auch eine "deutsche Führung" machen. Bis zu 67 Meter geht es unter die Erde. Alle Teilnehmer müssen Helm und Regenponcho tragen. Ein spannendes und informationsreiches Erlebnis. Am Nachmittag  fahren wir zum "Älvarnas Förening". Eine Landzunge, an der Öster- und Västerdalälven zusammentreffen und zum Dalälven verschmelzen. Danach fahren wir zur "Kyrkälvsbron" in "Dala Floda". Mit 158 Metern Schwedens längste für den Autoverkehr freigegebene Holzbrücke. Von da an fahren wir etwas den Västerdalälven hinauf, um zum einen die wunderschöne einsame Gegend und die kleinen Dörfer zu genießen und zum anderen, um das Kajak-Eldorado und das Wildwasser zu finden. Wir finden aber nur ein paar "lahme Stromschnellen".






12.Tag 16.Juni
Wieder einmal war die Nacht um 7 Uhr vorbei. Die morgendliche Sonne heizte das Zelt auf über 30 Grad auf. Nicht auszuhalten. Wir nehmen uns die Wanderkarte der Region und wandern durch die Wälder, die gleich beim Campingplatz beginnen. Hier soll es ja nur so von Elchen wimmeln und Bären und Wölfen soll es ja auch geben. Vielleicht haben wir Pech, vielleicht sind die Kinder auch einfach nur zu laut. Wir sehen keine dieser Tiere. Nur ein paar Mücken. Zum Glück gibt es auch hier markierte Wanderrouten, so kann man sich auch als ortsunkundiger  ohne Kompass nicht verlaufen. Jedoch sind die Touren keine Wanderwege, wie in Deutschland, sondern Trampelpfade quer durch den Wald mit farblichen Markierungen an den Bäumen. So früh in der Saison waren noch nicht viele Wanderer unterwegs und so ist es manchmal schwierig den richtigen Weg zu finden. Sehr Abenteuerlich! Besonders der Gedanke, man könnte ja Elche, Bären oder Wölfe treffen. Den Kindern gefällt es wie immer super im Wald. Die Rückentrage für Felix hätten wir uns sparen können. Nico und auch Felix laufen stundenlang durch die Wälder. Es ist aber auch sehr spannend. Bergauf, bergab, kleine Flüsse, Brücken, Pflanzen, Vögel und Stöcker lassen die Wanderung eine richtige Entdeckungstour werden. An einer Bergquelle hängt dann sogar ein Becher. Dort können Wanderer ihren Durst an der kühlen Quelle stillen. Rechtzeitig zum kleinen Regenschauer erreichen wir eine Schutzhütte. Dort befindet sich nicht nur ein 1A Klohäuschen, sondern auch eine Grillstelle, Brennholz, Postkarten, Fotos, ein Gästebuch und sogar eine Säge. Wie lange so etwas wohl in Deutschland überleben könnte... Immer wieder finden wir auch Schilder, die die Pflanzen im Wald erklären. Unser Schwedisch ist aber leider zu schlecht, um alles über Flora und Fauna zu lernen. Als wir wieder am Zelt sind, beginnt es zu regnen. Wir nutzen diese Auszeit für ein Mittagsschläfchen, dass wir auch bitter nötig haben. Danach fahren wir nach Borlänge. Shoppingtour durch das große Einkaufszentrum. In einem Baumarkt kaufen wir einen neuen Campingstuhl (einer war am morgen zerbrochen), einen Holzbriefkasten, den wir typisch schwedisch gestalten wollen und 2 typisch schwedische Arbeitshosen. Der Abend ist trocken, aber kühl. Wir ziehen uns warm an und spielen auf der Veranda des Campingplatzes Anno1602. Natürlich erst, als die Kinder schlafen und mit Babyphone bewaffnet.









 

13.Tag 17.Juni
Auf geht es Richtung Siljan-See. Dort fahren wir zuerst zum Vidablick kurz vor Rättvik. Der Vidablick ist ein hochgelegener Aussichtspunkt mit wunderbarem Blick über den Siljan-See. Natürlich gibt es auch dort wieder Souvenirs und Hemslöjd (Handwerk) und natürlich finden wir wieder etwas. Ich muss aber sagen, dass die Preise für solche Andenken auch wirklich gering sind. Gerade Gegenstände aus Holz kosten hier nur wenige Euros. Weiter geht es nach Nusnäs. Rund rum den Siljan-See ist Schweden so, wie es in meinen Augen typisch für dieses Land ist. Weite dichte Wälder. In Nusnäs besuchen wir wir das Dalarna-Werk der Firma "Grannas A. Olssons Hemslöjd AB" http://www.grannas.com/ ,wo Schwedens beliebtestes Souvenir immer noch in Handarbeit hergestellt wird. Man kann dort die Werkstatt besichtigen, den Arbeitern zusehen und natürlich großartig shoppen. Eine riesige Auswahl an Souvenirs. Teilweise Schwachsinn, aber auch wirklich nette Dinge sind zu finden. Also jede Menge Sachen, von denen man bisher nicht gewusst hat, dass man sie ja unbedingt braucht :-) Natürlich muss ein Dalarna Pferd mit. In handlicher Größe kostet es 178 SEK. Rund 18,90 Euro. Klingt viel für ein Holzpferd, wenn man aber vor Ort sieht, wie viel Arbeit so ein Pferd bedeutet, findet man den Preis angemessen. Die Kinder bekommen Holz-Rohlinge und einfache Holzpferde, die kleine Macken haben und aussortiert werden. Sie kosten nur rund 2 Euro. Der Rückweg führt wieder durch wunderschöne endlose Wälder. Zum Abend bemerken wir, dass uns Brot zum Frühstück am nächsten Tag fehlt. Ich beschließe, die 7 Km zum nächsten Ort mit dem Rad allein zu fahren. Aber nicht an der Hauptstrasse, sondern durch die kleinen Dörfer abseits des Verkehrs. Herrlich! So erlebt man Schweden richtig. Wunderschön. Am Abend gibt es eine Runde Siedler bei wunderschönem Wetter. Nur kalt wird es hier Abends sehr schnell. Fast so schnell, wie es morgens heiß wird. Wir haben einen Einheimischen nach Elchen befragt. Die sieht man hier nur Abends oder morgens und nur mit viel viel Glück. Die Bären und Wölfe , die uns das Tourbüro versprochen hatte, wurden hier schon lange nicht mehr gesichtet.




 






 

 

14.Tag 18.Juni
Früh ging es los nach Falun. Meike wollte ja auch mal "unter Tage" und Nico durfte das zweite Mal ins Bergwerk. Ich habe mir während der guten Stunde mit Felix das Gelände über den Stollen angeschaut. Die Deutsche Führung wäre erst später gewesen. Aus diesem Grund nimmt Meike die Englischtour. Nico hat es nicht gestört. Hinterher gingen wir ins hiesige Einkaufszentrum, um zum kochen einzukaufen. Als wir wieder am Platz waren, leihen wir uns einen Kanadier aus, um mal alle zusammen in einem Boot zu sitzen. Es ging natürlich auf den Dalälven. Nur eine Stunde, weil der Wind doch recht stark war. Abends machten wir noch einen kleinen Spaziergang am Fluss entlang. Die Mücken scheinen Felix besonders zu mögen. Er sieht aus wie ein Streuselkuchen. Gegen 21 Uhr bin ich dann zu einer dreistündigen Alleinwanderung durch das Gebiet "Änjansdalen" aufgebrochen, wo wir schon mit den Kindern die kleine Tour gemacht haben. Eigentlich war mein Ziel, einen Elch zu finden. Dabei hatte ich leider keinen Erfolg. Aber so spät allein durch den Wald zu wandern, war trotzdem ein tolles Erlebnis. Teilweise fühlte ich mich von der Geräuschkulisse wie in einem Vogelpark oder als wenn jemand eine Vogelstimmen-CD aufgelegt hat. So viele zum Teil mir bisher unbekannte Vogelstimmen auf einmal. Toll! Die Elche blieben versteckt. Vielleicht sind wir doch zu nah an der Stadt oder ich müsste in den Morgenstunden los. Aber so stark ist der Drang dann doch nicht, einen Elch zu sehen, dass ich dafür in der kühlen Nacht den warmen Schlafsack verlassen würde.








Typischer Touri :-)

 

15.Tag 19.Juni
Die Tour, die ich gestern Abend allein gemacht habe, wandern wir heute noch mal mit den Kindern. Vorsichtshalber in Regenklamotten, die wir dann aber doch nicht gebraucht haben. Danach fuhren wir ins nächste Dorf, um fürs Abendessen und die Rückfahrt einzukaufen. Bei einem "System Bolaget" (Alkoholgeschäft) herrschte Ausnahmezustand. Mega voll. Mega   Warteschlangen. Sicherheitskräfte ließen immer nur ein paar Leute rein, damit es nicht zu voll wird. Warum dieser Andrang? Logisch! Midsommer! Das ist der Tag /Abend, an dem die  Schweden sich richtig mal die Kante geben und so viele Möglichkeiten Alkohol zu kaufen wie in Deutschland gibt es hier ja nun mal nicht. Aber richtig aufregend wird es für uns, an der Kasse des Lebensmitteldiscounters. Die hübsche Kreditkarte mit der wir bisher alles bezahlt und auch Geld abgehoben haben, verweigerte plötzlich die Zahlungen. Peinlich, da wir kaum Bargeld haben. Also schnell zum Automaten. Aber auch dort "Auszahlung verweigert". Also die gute alte EC-Karte genommen um erst einmal an Bares zu kommen. Als ich Meike beim Supermarkt wieder ausgelöst hatte, rief ich sofort bei der Kreditkarten Hotline an. Unser Verfügungsrahmen war ausgeschöpft. Wir haben so eine Billig-Karte, die man ohne viel Aufwand und Bürokram bekommen kann und die keine Grundgebühr kostet. Da ist der Standardrahmen sehr begrenzt. Die nette Dame am Telefon sagte aber, dass wir nur eine aktuelle Verdienstbescheinigung einreichen müssen, um den Rahmen zu erhöhen. OK, machen wir dann später. Jetzt muss erst mal die EC-Karte reichen. Sind ja auch nur noch 2 Tage. Zum Glück, dass uns das in einem Einkaufszentrum in einer Stadt passierte und nicht auf einem Campingplatz irgendwo auf dem Dorf. Im letzten Urlaub hat die Karte b.z.w. der Rahmen gereicht. Da hatten wir aber mehr Bargeld mitgenommen und die Barabhebungen mit der EC-Karte getätigt.

 

 



16. Tag 20.Juni
Nachdem wir langsam das Zelt abgebaut und unsere 7, äh 7000 Sachen eingepackt hatten, fuhren wir nach Leksan zum Midsommer Abend. Um 16 Uhr wurde dort ein Fest für Kinder veranstaltet. Das Majstangresingen, welches wir fast verpasst hätten, weil uns das Touribüro zu einer falschen Wiese geschickt hat. Etwas verspätet aber noch rechtzeitig haben wir es aber dann geschafft. Sehr traditionell wurde hier der Maibaum aufgestellt und drum herum getanzt. Immer wieder ein Erlebnis. Auch die Kinder hatten ihren Spaß. Bei den teilweise sehr lustigen Liedern/Tänzen. Hinterher ging es für dann noch kurz zum kleinen Jahrmarkt, bevor wir uns auf den Rückweg machten. Die Nacht fuhren wir wieder durch und nach ca. 650 Km (fast 9 Std.) erreichten wir um 3 Uhr Nachts die Fähre in Helsingborg und gegen 8 Uhr waren wir wieder zu Hause.







 


Die letzten Bilder aus Schweden.... herrlicher Abschied.

 



Alle Angaben ohne Gewähr und Stand "Juni 2008".
Diese Seite gibt nur meine persönliche Meinung und mein persönliches Empfinden wieder.



 


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